Fatwa: Die Vermietung von Immobilien an Leute, die sich nicht an die Scharia halten

Quelle: Ahlu-Sunnah

Frage: Wir besitzen ein Gebäude, in dem Büros und Geschäfte vermietet werden. Ist es erlaubt, sie an Leute zu vermieten, die sich nicht an die Scharia halten, die z. B. mit Zinsen handeln oder Alkohol verkaufen?

Antwort von Scheich Abdullah Ibn Jibrin:
Die Vermietung von Wohnungen oder Geschäften an Leute, die damit etwas Verbotenes vorhaben, wie die Unterlassung des Gebets oder die Arbeit zu Gebetszeiten, Alkohol-, Drogen- oder Nacktbilderverkauf oder Zinshandel ist nicht erlaubt. Dies zählt zur Beihilfe zur Sünde und man sollte lieber nach Mietern suchen, die Allah gehorsam sind, und Allah beschert, wem Er will.


Anmerkung: Islam-Mietvertrag für Hochhaus

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Fatwa zur Tötung von Hunden

Quelle: Institut für Islamfragen

Schwarze Hunde dürfen getötet werden, gescheckte nicht

Von Scheich Abdullah bin Abdur-Rahman bin Jabreen

(Institut für Islamfragen, dh, 17.09.2007)

Frage Nr. 428: „Wie ist folgende Sachlage (aus islamischer Sicht) zu beurteilen: Ein hungriger, durstiger schwarzer Hund kam auf mich zu (um Futter zu bekommen). Ich schlug ihn mit einem Stock so lange, bis er starb. Damals war ich 10 Jahre alt.“

Antwort: „Falls der Hund ganz schwarz war, ist es (aus islamischer Sicht) erlaubt ihn zu töten, weil er ein Teufel ist. In diesem Fall haben Sie keine Sünde begangen. Wäre der Hund aber nicht ganz schwarz, sondern besäße auch andere Farben wie weiß oder braun, dürfte er nicht getötet werden. Sie hätten eine Sünde begangen und müssten Buße tun.“

Quelle: www.ibn-jebreen.com/book.php?cat=6&book=67&page=3970


...das sollen also Teufel sein?

...das sollen also Teufel sein?

Kommentar: In vielen Überlieferungen ordnete der Prophet des Islam, Muhammad, die Ausrottung aller Hunde in al-Medina auf der Arabischen Halbinsel an. Jedoch hat er später die Ausrottung der Hunde auf die schwarzen Hunde beschränkt. Er rechtfertigte dies mit dem Argument: „Schwarze Hunde sind Teufel“.

In anderen Überlieferungen ordnete Muhammad die Tötung schwarzer Tiere an. Muslimische Gelehrte listen nicht nur schwarze Hunde, sondern auch schwarze Katzen auf.

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Fatawa: Wenn eine Frau zum Islam konvertiert…

Quelle: Ahlu Sunna

Die Trennung der Frau von ihrem Ehemann, wenn sie den Islam annimmt.

Frage: Muss sich eine Frau von ihrem Mann trennen, wenn sie den Islam annimmt und er Nichtmuslim bleibt, und wann beginnt ihre gesetzliche Wartefrist?

Antwort: Ja! Ihre Wartefrist beginnt mit dem Tag ihrer Konversion, und wenn diese abgelaufen ist und er nicht konvertiert ist, wird die Scheidung vollzogen. Wenn er aber während der Wartefrist konvertiert, dann bleibt sie in seiner Obhut, und wenn er konvertiert, bevor sie einen anderen Mann geheiratet hat, ist es ihm erlaubt, sie wiederzuheiraten. Wenn sie aber geheiratet hat, bevor er konvertiert, so steht sie in der Obhut ihres zweiten Mannes.

Scheich Abdullah Ibn Jibrin


Wenn eine Frau den Islam annimmt und ihr Mann Christ bleibt, wem werden dann die Kinder zugesprochen?

Frage: Ich bin eine Frau, die den Islam angenommen hat und deren Mann Christ geblieben ist. Muss ich ihn verlassen, auch wenn ich Kinder von ihm habe und hoffe, dass er bald, so Allah will, auch konvertiert?

Antwort: Wenn die Wartefrist abgelaufen ist und er nicht konvertiert ist, so wird die Trennung vollzogen. Zunächst kann dies nur eine räumliche Trennung sein, und wir empfehlen ihr, ihn immer wieder mit dem Islam zu konfrontieren, für ihn zu beten und ihm die Vorzüge des Islam darzulegen, mit der Hoffnung, dass er rechtgeleitet wird und konvertiert. Wenn er dann immer noch stur bleibt und den Islam nicht annimmt, ist es ihm nicht erlaubt, bei ihr zu bleiben. Und das Urteil für die Kinder lautet, dass sie zu dem Elternteil kommen, das die bessere Religion hat.

Scheich Abdullah Ibn Jibrin


Die Wiederheirat einer muslimischen Frau mit ihrem Ehemann, wenn er zum Islam konvertiert.

Frage: Wenn eine Frau den Islam annimmt und ihr Mann ein Nichtmuslim ist und sie von ihm Kinder hat, wie lautet das Urteil?

Antwort: Zweifellos darf eine Muslimin nicht in der Obhut eines Nichtmuslims bleiben, denn der Islam ist das höchste, über das nichts erhaben ist. Es ist ihr also nicht erlaubt, unter seinem Schutz zu bleiben, entweder er konvertiert auch oder sie trennen sich. Die Trennung wird über einen Richter oder durch den Islam vollzogen, gemäß den Worten Allahs:

„Und schickt sie (die gläubigen Frauen) nicht zu den Ungläubigen zurück. Weder sind sie für die Ungläubigen erlaubt, noch jene für sie.“
(al-mumtahana: 10)

Er wird dadurch entschädigt, dass die Frau ihm zurückzahlt, was er für sie an Brautgabe gegeben hat, gemäß dem Vers:

„Gebt ihnen, was sie ausgegeben haben“
(al-mumtahana: 10)

Wenn sie noch nicht wieder verheiratet ist und er den Islam annimmt, so ist es ihnen erlaubt, ihre Ehe durch eine neue Eheschließung wiederaufzunehmen. Was aber ihr Verweilen in seiner Obhut nach Ablauf der Wartefrist angeht, so ist es falsch, aber wenn er während dieser Frist konvertiert, so bleibt ihre Ehe bestehen.
Ibn Abbas (r.a.) erzählte, dass der Prophet (a.s.) seine Tochter Zaynab ihrem Mann Abu’l-Aas auf Basis der ersten Ehe zurückgab. „Auf Basis der ersten Ehe“ bedeutet, „wie durch die erste Ehe“, da er erst mehr als vier Jahre, nachdem sie nach Medina ausgewandert war, den Islam angenommen hat, und als er konvertiert war und ebenfalls auswanderte, gab der Prophet (a.s.) sie ihm durch eine Eheschließung zurück, die der ersten Eheschließung gleich war.

Scheich Abdullah Ibn Jibrin

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Fatwa: Das Spülen eines Pizzamessers…

Quelle: Ahlu Sunna

Das Spülen eines Pizzamessers, mit dem Schweinefleisch geschnitten wurde, vor seiner Benutzung oder die Verwendung eines anderen Messers.

Frage: In Pizzerias wird ein großes Messer benutzt, um sämtliche Pizzasorten zu schneiden, mit allem, was an ihnen hängen bleibt an Schweinefleisch etc. Muss ich die Leute bitten, wenn ich eine Pizza kaufe, das Messer zu spülen, bevor sie damit schneiden oder nicht?

Antwort von Scheich Muhammad al-Uthaymin:
Ein Messer, mit dem Schweinefleisch geschnitten wurde, darf man erst wieder benutzen, wenn es gespült wurde, weil es einen Hadith gibt, nach dem Abu Tha’laba al-Khaschani sagte: „Oh Gesandter Allahs, wir leben mit den Leuten der Schrift zusammen, dürfen wir von ihrem Geschirr essen?“ Der Prophet (a.s.) antwortete: „Esst nur davon, wenn ihr kein anderes findet, dann spült es und esst davon.“ Daher muss das Messer unbedingt gespült oder ein anderes Messer gebracht werden.

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Fatwa: Wenn man einer alten, fremden Frau die Hand gibt

Quelle: Ahlu Sunna

Frage: Wie lautet das Urteil, wenn man einer alten, fremden Frau die Hand gibt, und
was soll ich machen, wenn mir die Frau vor anderen Leuten ihre Hand hinhält? Und wenn man dann berücksichtigt, dass es sich dabei um meine Chefin oder meine Dozentin handelt, und zwar in einem persönlichen Vorstellungsgespräch für einen Arbeits- oder Studienplatz. Wird mir das Händeschütteln entschuldigt, wenn ich ihr später unseren islamischen Standpunkt dazu erkläre?

Antwort von Scheich Abdulaziz al-Fawzan:
Einer fremden Frau die Hand zu schütteln ist verboten, selbst wenn sie alt ist, da die Texte, die das Verbot enthalten, allgemein gehalten sind und jedem Fehler vorbeugen. Denn eventuell würde das Händeschütteln einer alten Frau – so es erlaubt wäre – dazu führen, dass es einem auch mit anderen Frauen immer leichter wird. Der Islam hat es verboten, einer fremden Frau die Hand zu geben, weil dies vielleicht in Versuchung führt und verborgene Sehnsüchte wachruft. Deshalb sagte Allah auch: „Und lasst euch nicht auf Unzucht ein. Das ist etwas Abscheuliches, eine üble Handlungsweise.“ (al-isra’: 32)
Er hat also bereits die ersten Schritte zur Unzucht verboten und alles was dazu führt, und dazu gehört, einer fremden Frau die Hand zu geben, weil es noch stärker in Versuchung führt und mehr Sehnsüchte wachruft, als eine fremde Frau nur anzusehen, was Allah mit Seinen Worten: „Sag den gläubigen Männern, sie sollen ihre Augen niederschlagen und ihre Keuschheit bewahren. So halten sie sich am ehesten sittlich. Und Allah ist wohl darüber unterrichtet, was sie tun“ (an-nur: 30) verboten hat.
Wenn es also schon verboten ist, eine fremde Frau, ohne dass eine Notwendigkeit oder ein Interesse daran besteht, anzusehen, dann ist das Händeschütteln erst recht verboten.
Ein weiterer Beweis hierfür ist, dass der Prophet (a.s.), als die Frauen ihm ihren Treueeid leisten wollten und zu ihm sagten: „Oh Gesandter Allahs, wir wollen dir den Treueeid leisten“ (in einer anderen Überlieferung) „Bei Allah, willst du uns denn nicht die Hand geben?“ Und der Prophet (a.s.) antwortete: „Ich gebe keiner Frau die Hand, vielmehr ist das, was ich einer Frau sage, gleich dem, was ich hundert Frauen sage.“ Und er hat keiner von ihnen die Hand gegeben. (Überliefert von an-Nisa’i, at-Tirmidhi, Ibn Majeh und Ahmad, und at-Tirmidhi sagte, dass es ein guter, authentischer Hadith sei.) Al-Bukhari u. a. überlieferten von Aischa (r.a.), dass sie sagte: „Die Hand des Propheten (a.s.) hat keine Frau berührt, er hat ihnen den Treueeid nur mündlich abgenommen.“ Diese beiden Hadithe zeigen, dass es einem Mann nicht erlaubt ist, einer fremden Frau die Hand zu geben. Noch weniger ist es erlaubt, einen Teil ihres Körpers ohne, dass es sein muss, zu berühren, denn das Händeschütteln ist die schwächste Form der Berührung. Und wenn der Prophet (a.s.) dies zu einem Zeitpunkt, als es erforderlich gewesen wäre – nämlich der Abnahme des Treueeids – vermied, so deutet das darauf hin, dass es nicht erlaubt ist. Und es steht niemandem von uns zu, sich den Taten des Propheten (a.s.) zu widersetzen, denn er ist unser Vorbild und der Gesetzgeber für seine ummah durch seine Worte, seine Taten und seine Bestimmungen. Allah sagt: „Im Gesandten Allahs habt ihr ein gutes Beispiel, für diejenigen, die auf Allah hoffen und sich auf den jüngsten Tag gefasst machen und unablässig Allahs gedenken.“ (al-ahzab: 21)
Dass der Prophet (a.s.) das Händeschütteln trotz der Erfordernis dazu unterlassen hat, ist ein Beweis dafür, dass es bereits dem Übel zugeordnet wird und als sehnsuchterweckend gilt, was es erforderlich macht, es zu verbieten und darauf zu verzichten.
Niemand soll von sich behaupten, dass er durch das Händeschütteln einer Fremden nicht erregt wird und dass er auf sich vertraut, seine Keuschheit bewahrt oder der Reinheit seines Herzens und seiner Gefeitheit vor Versuchungen gewiss ist, wenn selbst das gottesfürchtigste, reinste und keuscheste Geschöpf davon Abstand genommen hat, derjenige, der am gewissenhaftesten Allahs Gebote im Geheimen sowie im Offenen befolgt hat, noch dazu zu einem Zeitpunkt, wo das Händeschütteln erforderlich war. Wie kann es daher einem anderen Mann erlaubt sein, welcher der Versuchung viel stärker unterliegt, über den der Satan viel mehr Macht hat und dessen religiöse Hemmschwelle viel niedriger ist?! Vielmehr sind sie von dem Verbot eher angesprochen. Davon ausgehend sollte der Mann, wenn eine fremde Frau ihm die Hand entgegenstreckt, darauf verzichten, sie zu ergreifen und sich bei ihr entschuldigen, wenn sie eine Nichtmuslimin ist oder es nicht besser weiß, dass seine Religion dies untersagt, um die Reinheit seines und ihres Herzens zu bewahren und sie von der Versuchung fernzuhalten. Wenn man aber nun in seltenen Fällen durch eine Frau geprüft wird, die einem die Hand entgegenhält und man bei ihrer Abweisung einen schlimmeren Nachteil fürchtet als die Konsequenz des Händeschüttelns, oder dass einem dadurch etwas sehr Wichtiges entgeht, wie in den beiden Fällen, die der Fragende genannt hat. Wenn er fürchtet, dass er deswegen den Arbeits- oder Studienplatz nicht bekommt, dann hoffe ich, dass in einem solchen Fall das Händeschütteln nicht schlimm ist. Doch wie gesagt, nur an solche Sondersituationen gebunden, wo es sehr wahrscheinlich ist, dass daraus etwas Schlimmeres entsteht oder ein größeres Interesse gefährdet wird. Und Allah weiß es am besten.

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Fatwa: Der mahram der geschiedenen Muslimin…

Quelle: Ahlu Sunna

Der mahram der geschiedenen Muslimin, die keinen muslimischen Verwandten hat und deren Kinder noch klein sind.

Frage: Eine Frau fragt: Wer ist ihr mahram, wenn sie von ihrem Mann geschieden wurde und sie keinen muslimischen Verwandten hat und ihre Kinder noch klein sind.
Doch hat diese Frau nicht genauer erklärt, was sie unter mahram versteht, ob jemanden, der sie verheiratet oder jemanden, der zu ihr nach Hause darf, mit ihr allein sein und mit ihr reisen darf?

Antwort von Scheich Abdulaziz al-Fawzan:
Wenn sie wissen möchte, wer sie verheiraten darf, so lautet die Antwort, dass eine Frau nicht sich selbst verheiraten darf, gemäß den Worten des Propheten (a.s.): „Es gibt keine Heirat ohne Vormund“ (überliefert von Ahmad, Abu Dawud, at-Tirmidhi u. a. und von Ahmad, al-Hakim, adh-Dhahabi und Ibn Hijr für authentisch erklärt) sowie: „Welche Frau auch immer sich selbst ohne Zustimmung ihres Vormundes verheiratet, deren Heirat ist ungültig, ungültig, ungültig.“ (Überliefert von Ahmad, at-Tirmidhi, Abu Dawud, Ibn Majeh u. a. At-Tirmidhi hält diesen Hadith für gut, al-Hakim u. a. haben ihn für authentisch erklärt.) Ihr Vater ist derjenige, der das größte Recht hat, sie zu verheiraten, dann ihr Großvater väterlicherseits, dann ihr Sohn, dann der Sohn ihres Sohnes, auch wenn er weit ist, dann ihr leiblicher Bruder und dann ihr Stiefbruder väterlicherseits, dann jeweils der Nächste aus der väterlichen Verwandtschaft, genau wie in der Erbfolge. Wenn diese alle nicht vorhanden sind, dann wird sie von dem muslimischen Machthaber verheiratet, gemäß den Worten des Propheten (a.s.): „Und wenn sie miteinander streiten, dann ist der Machthaber Vormund für denjenigen, der keinen Vormund hat.“ Dies ist ein Teil des vorigen Hadiths. Und wenn sie in einem nichtmuslimischen Land lebt, dann wird sie von dem Vorsteher des islamischen Zentrums dieses Landes verheiratet. Der Vormund muss volljährig, geschäftsfähig und männlich sein und derselben Religion angehören wie die Frau, die er verheiratet. Es gibt keine Vormundschaft eines Nichtmuslims über eine Muslimin, nach den Worten Allahs: „Und die gläubigen Männer und Frauen sind untereinander Freunde“ (attauba: 71) und Seinen Worten: „Und Allah wird den Ungläubigen keine Möglichkeit geben gegen die Gläubigen (vorzugehen)“ (an-nisa’: 141), ebenso wie es auch keine Vormundschaft eines Muslims über eine Nichtmuslimin gibt, gemäß der Aussage Allahs: „Und diejenigen, die ungläubig sind, sind untereinander Freunde9“ (al-anfal: 73).
Daraus ergibt sich, dass die Frau, solange sie keinen volljährigen, geschäftsfähigen muslimischen Verwandten hat und in einem nichtmuslimischen Land lebt, von dem Vorsteher des islamischen Zentrums ihres Landes verheiratet wird. Die Rechtsgelehrten legten fest, dass die Eheschließung durch einen verwandtschaftlich entfernteren Vormund ungültig ist, wenn es einen näheren gibt, es sei denn, dieser ist noch ein Junge, schwachsinnig, gehört einer anderen Religion als die Frau an, stellt sich der Heirat in den Weg, obwohl der Verlobte alle Voraussetzungen erfüllt oder ist sehr weit entfernt.
So viel zu ihrem Vormund im Fall einer Heirat. Wenn aber nach dem mahram gefragt ist, mit dem sie alleine sein darf und der sie auf Reisen begleiten darf, so darf eine Frau mit keinem fremden Mann allein sein, gemäß den Worten des Propheten (a.s.): „Jedes Mal, wenn ein Mann und eine Frau alleine sind, ist Satan der Dritte unter ihnen“, sowie er (a.s.) auch sagte: „Hütet euch davor, zu den Frauen hineinzugehen! Da fragte einer der Ansar: ‚Und was ist mit den männlichen Verwandten des Mannes?’ Er (a.s.) antwortete: ‚Sie sind der Tod.’“ (Überliefert von al-Bukhari und Muslim) Mit den männlichen Verwandten des Mannes sind sein Bruder, sein Onkel, sein Neffe, sein Cousin etc. gemeint. Was nun das Reisen angeht, so ist es ihr ohne mahram nicht gestattet, es sei denn, es ist unbedingt nötig und nur unter der Bedingung, dass der Reiseweg sicher und auch ihre Reisebegleitung vertrauenswürdig ist, so dass sie selbst und ihre Würde bei ihnen sicher ist. Und Allah weiß es am besten.

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Fatwa: Die Arbeit der Frau als Kindermädchen

Quelle: Alhu Sunnah

Frage: Einige Schwestern betreuen die Kinder ihrer Nachbarschaft, was manchmal dazu führt, dass sie mit Männern und muslimischen oder nichtmuslimischen Frauen zu tun haben. Ist daran etwas auszusetzen, oder ist eine solche Arbeit gar verboten? Und gibt es Dinge, die man bei einer solchen Arbeit meiden muss?

Antwort von Scheich Abdulaziz al-Fawzan:
Die Arbeit der Schwestern als Betreuerinnen für die Kinder ihrer Nachbarschaft ist erlaubt und ein Mittel, um erlaubtes Geld zu verdienen. Und wenn sie dabei darauf achten, dass die Kinder die guten islamischen Eigenschaften, die wertvollen Traditionen und die Furcht vor Allah lernen, so ist dies eine der besten Arbeiten, die man leisten kann und ein Mittel, um da’wa zu betreiben und Allahs Diener rechtzuleiten. Was die Erfordernis angeht, mit fremden Männern und nichtmuslimischen Frauen unter den Müttern und Vätern umzugehen, so ist dies nicht weiter schlimm, solange sie die Gebote der Scharia einhält, was den Umgang mit fremden Männern angeht – den hijab, nicht alleine mit ihnen zu sein, das Vermeiden von Händeschütteln, nicht unterwürfig mit ihnen zu reden, so wie Allah es sagte: „Seid nicht unterwürfig im Reden, damit nicht einer, der in seinem Herzen eine Krankheit hat, Verlangen bekommt. Sagt (nur), was sich geziemt.“ (al-ahzab: 32)
Es ist der Frau verboten, sich unterwürfig mit einem fremden Mann zu unterhalten, weil dies eine Versuchung darstellt und verborgene Sehnsüchte weckt und diejenigen, die kranke Herzen haben, dazu bringt, Verlangen zu verspüren. Daher sind sie dazu aufgerufen, normal zu sprechen „sagt (nur), was sich geziemt“, d.h. gemäßigt zu reden ohne Unanständigkeit, Unterwürfigkeit oder Zartheit sowie ohne Grobheit. Was die ungläubige Frau angeht, so darf sie sich vor ihr zeigen, ihr die Hand schütteln, mit ihr reden und mit ihr alleine sein, so wie sie es mit einer muslimischen Frau tut, nur dass sie die Muslimin liebt und sie aufgrund des Islam als Freundin wählt und die Ungläubige für ihren Unglauben und ihren Irrweg hasst und verabscheut. Und Allah weiß es am besten.

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Fatwa: Das Annehmen der amerikanischen Staatsangehörigkeit…

Quelle: Alhu Sunnah

Das Annehmen der amerikanischen Staatsangehörigkeit, weil man nicht in sein Heimatland zurück darf und die Heirat einer Frau von den Leuten der Schrift zu Aufenthaltszwecken.

Frage: Ein Muslim lebt in Amerika und möchte die Staatsangehörigkeit annehmen, weil er aus bestimmten Gründen nicht in sein Heimatland zurück darf. Er möchte dort bleiben und hat daher beschlossen, eine der Frauen dort zu heiraten, um die Green Card zu bekommen, wie lautet hierfür das Urteil?

Antwort von Scheich Muhammad al-Uthaymin:
Was das Annehmen der Staatsangehörigkeit betrifft, so hängt es davon ab, was das an Konsequenzen nach sich zieht. Wenn das Ergebnis ist, dass er beginnt, sich mit den Freunden dieser Christen anzufreunden und als Feind zu betrachten, wer sie feindselig behandelt, so ist dies zweifellos verboten und gehört zu dem, was Allah über die Freundschaft sagte: „Wenn einer von euch sich ihnen anschließt, gehört er zu ihnen. Allah leitet das Volk der Frevler nicht recht.“ (al-ma’ida: 51)
Wenn aber der Zweck nur ist, in dem Land zu leben und seine Bürgerrechte zu haben, so spricht nichts dagegen. Was die Heirat mit einer Frau von den Schriftbesitzern angeht, so ist nichts dagegen einzuwenden, denn Allah hat in Seinem Buch eine solche Heirat erlaubt, und vielleicht leitet Allah sie ja recht.

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Frauen unter der Scharia

Quelle: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)

Frauen unter der Scharia

Mit wenigen Ausnahmen ist die Scharia heute in allen islamischen Ländern, aber auch in Teilen Afrikas und Südostasiens eine wesentliche oder sogar die einzige Grundlagedes Personenstandsrechts. Eine säkulare, von religiösen Normen abgekoppelte Rechtsprechung in Ehe- und Familienangelegenheiten existiert nicht.

Einzig die Türkei schaffte die Scharia im Zuge der Gründung der Türkischen Republik 1923/24 als Gesetzesgrundlage ab. In den übrigen Teilen der islamischen Welt wird die ungebrochene Gültigkeit der Scharia insbesondere im Ehe- und Familienrecht weder von maßgeblichen theologischen Autoritäten noch von der Bevölkerung grundsätzlich in Frage gestellt.

Durch das Fehlen einer Aufklärung im europäischen Sinn existiert keine von religiösen oder staatlichen Lehrinstitutionen formulierte Religionskritik. Daher werden im Hinblick auf die Scharia im wesentlichen Auslegungsfragen diskutiert. Zwar haben einzelne Länder in den vergangenen Jahren eine Verbesserung der rechtlichen Stellung der Frau vorgenommen, die vor allem Frauen im städtischen Bereich zugute kommt. Nie geschah dies jedoch als Kritik an der Scharia, sondern immer unter Vorgabe ihrer „richtigen“ Auslegung. Obwohl das Ehe- und Familienrecht den Bewegungsspielraum für Frauen z.
T. sehr eng definiert, ist ihre Lage inden einzelnen Ländern sehr unterschiedlich. Außer der Religion machen es auch die tief verwurzelten kulturellen Traditionen Frauen schwer, selbstbestimmt zu leben. So beschneidet nicht selten dort, wo der Islam eigentlich Freiräume gewährt, die Gesellschaft diese Rechte: Zwar empfiehlt die islamische Überlieferung Männern wie Frauen den Erwerb von Wissen und Bildung, aber die allgemein anerkannten Vorstellungen von ehrbarem Verhalten für Frauen verwehren in der Praxis den höheren Schul- oder Universitätsbesuch, sofern z. B. mit dem Unterricht der intensive Kontakt zu männlichen Dozenten oder Mitstudenten verbunden ist, der als unehrenhaft gilt. Die kulturell-religiös begründete Geschlechtertrennung und die unbedingte Notwendigkeit zur Wahrung des guten Rufes für die junge Frau wiegen nach Auffassung vieler Familien weitaus schwerer als der Nutzen des Bildungserwerbs.

Während der Westen die Unterdrückung der Frau im Islam z. B. am Kopftuch festmacht, finden die wirklichen Benachteiligungen im rechtlichen Bereich statt. Zwar geht die Tendenz heute vielerorts zu einer Heraufsetzung des Mindestheiratsalters (anstelle der traditionellen Verheiratung der Tochter mit der Pubertät) sowie zu der vermehrten staatlichen Registrierung der Eheschließung (anstelle des herkömmlichen, nicht öffentlichen Vertragsschlusses zwischen zwei Familien). Die Tendenz geht auch zu einer Beschränkung der Polygamie (anstelle der zuvor dem einzelnen überlassenen zweiten oder dritten Eheschließung) und zur Auflage eines Versöhnungsversuches vor der gerichtlichen Scheidung (anstelle des formlosen Aussprechens der Scheidungsformel „Ich verstoße dich“ durch den Ehemann).

Auch die Erweiterung der gerichtlich anerkannten Scheidungsgründe bei Klageerhebung durch die Frau (anstelle der nach traditioneller Auffassung für die Frau kaum möglichen Scheidung) ist in vielen Ländern auszumachen sowie eine prinzipielle Verbesserung der Kindschaftssorgeregelung für die Mutter (anstelle der alleinigen Wahrnehmung der Erziehung durch den Vater ab dem Alter von sieben Jahren für Jungen bzw. neun Jahren für Mädchen). Dennoch werden diese Reformen so lange nur sehr begrenzt wirksam bleiben wie der sakrosankte Charakter der Scharia nicht hinterfragt wird. In anderen islamischen Staaten ist eine umgekehrte Entwicklung und eine Rückbesinnung auf die Rechtsprinzipien der Scharia zu beobachten. So sind in den letzten Jahren in Ländern wie Nigeria, dem Iran oder dem Sudan Schauprozesse – insbesondere wegen Ehebruchs – als öffentliche Demonstration der Wiedereinführung der Scharia geführt worden.

Das Zentrum der Scharia: Das Ehe und Familienrecht

Die muslimische Apologetik betont, daß nur die Scharia Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern und der Frau Würde und Ehre geben kann. Diese Gleichberechtigung der Frau geht für muslimische Apologeten aus dem koranischen Schöpfungsbericht ebenso hervor (Sure 39,6; 49,13) wie aus der Verpflichtung von Mann und Frau zur Erfüllung der Gebote (vor allem der „Fünf Säulen“), in der die Frau dem Mann in nichts nachsteht. Ja, Männer und Frauen seien „aus einem einzigen Wesen“ erschaffen worden (4,1), einander zu „Beschützern“ oder „Freunden“ (9,72). Beiden werde das Paradies verheißen, wenn sie „Gott demütig ergeben“ seien (33,35) und „glauben und das Rechte tun“ (16,97).

Allerdings begründet sowohl der Koran als auch die Überlieferung eine deutliche rechtliche Bevorzugung des Mannes. So lautet Sure 4,34: „Die Männer stehen über den Frauen, weil Gott sie vor diesen ausgezeichnet hat und wegen der Ausgaben, die sie von ihrem Vermögen gemacht haben. Und die rechtschaffenen Frauen sind demütig ergeben (oder: gehorsam)…“. Ähnlich Sure 2,228: „Die Männer stehen eine Stufe über ihnen.“ Muslimische Theologen kommentieren: „Männer und Frauen haben als Menschen nicht denselben Wert“ oder: „Männer sind Frauen überlegen, und ein Mann ist besser als eine Frau.“ Aus Sure 4,34 werden zwei Grundpfeiler des islamischen Eherechts abgeleitet: Die Pflicht des Mannes zum Unterhalt seiner Frau mit seinen „Ausgaben“ (4,34), während sie ihm „demütig ergeben“ oder „gehorsam“ sein muß (4,34). Der „Unterhalt“ beinhaltet Nahrung, Kleidung und Wohnung, nach Meinung der malikitischen Rechtsschule auch die medizinische Versorgung der Ehefrau. Der Gehorsam der Ehefrau wird in erster Linie auf den Bereich der Sexualität bezogen, denn der Mann erwirbt mit Abschluß des Ehevertrages und Beginn der Unterhaltszahlungen das Recht auf die Verfügbarkeit seiner Frau (vgl. Sure 2,223; 2,187): „Nach diesem Vers soll eine Ehefrau ihrem Mann immer zur Verfügung stehen, wenn er es wünscht.“ Versäumt der Ehemann seine Unterhaltspflicht, erhält seine Frau das Recht auf Ungehorsam. Ist sie ihm ungehorsam, kann der Ehemann seinen Unterhalt einstellen. Aber auch über den Gehorsam hinaus ist die Frau im islamischen Eherecht stark benachteiligt:

  1. Zeugenrecht: Nach Sure 2,282 kann die Zeugenaussage eines Mannes nur von zwei Frauen aufgewogen werden, denn „eine Frau allein kann sich irren“ (2,282). Viele muslimische Theologen bescheinigen Frauen eine größere emotionale Labilität, Irrationalität und beschränkte Einsicht in intellektuelle Angelegenheiten. „Frauen stehen unter der Herrschaft ihrer Gefühle, wohingegen Männer ihrem Verstand folgen“, denn: „Die geistigeÜberlegenheit des Mannes über die Frau … ist einfach von der Natur so vorgegeben.
  2. Züchtigungsrecht: Sure 4,34 gesteht dem Ehemann ein Erziehungsrecht an seiner Frau zu: „Und wenn ihr fürchtet, daß (irgendwelche) Frauen sich auflehnen, dann vermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie!“(4,34). Zwar ruft die Überlieferung Männer dazu auf, ihre Frauen gut zu behandeln. Manche Theologen fordern, eine Frau dürfe niemals heftig oder ins Gesicht geschlagen werden. Aber da der Mann der Frau nun einmal übergeordnet sei, müsse er die Ordnung wahren und Unfrieden – notfalls mit Druck – abwenden. Von Muhammad ist überliefert: „Der Prophet sagte: Schlagt nicht die Mägde Gottes. Da kam Umar [der zweite Kalif, regierte 634-644 n. Chr.] und sagte: „O Gesandter Gottes, die Frauen rebellieren gegen ihre Gatten.‘ So erlaubte er, sie zu schlagen“.
  3. Scheidungsrecht: Die traditionelle Verstoßungsformel „Ich verstoße Dich“ reicht heute in vielen Ländern zwar nicht mehr aus, dennoch ist die Scheidung für den Mann erheblich einfacher als für die Frau, die vor Gericht Beweise für ein Fehlverhalten des Mannes erbringen muß. Zudem wird sie eine Scheidung sozial ins Abseits manövrieren und sie wirtschaftlich häufig mittellos zurücklassen. Auch die „widerrufliche“ Scheidung ist dem Mann allein erlaubt. Er spricht dann die Scheidungsformel nur einmal aus und kann seine Frau wochen- und monatelang in einem Schwebezustand zwischen Scheidung und Ehe halten. Er allein bestimmt nach drei Monaten ob er die Ehe fortsetzen oder seine Frau verstoßen will. Etliche Länder haben heute die Scheidung für den Mann erschwert und fordern z. B. gerichtliche Versöhnungsversuche.
  4. Kindschaftssorgerecht: Nach Auffassung der Scharia gehören nach einer Scheidung die gemeinsamen Kinder nach Ablauf der Kleinkinderzeit immer dem Mann. Heute erlauben einige Länder der Mutter die Fürsorge für die Kinder bis 15 Jahre für Jungen und bis 18 für Mädchen oder bis zur Eheschließung. Allerdings finden die rechtlich bevorzugten Männer nicht selten Mittel und Wege, Müttern dieses Recht zu entziehen.
  5. Eheschließung: Im traditionellen Bereich wird auch heute die Mehrzahl der Ehen arrangiert und die Frau von ihrem Vormund „verheiratet“, manchmal ohne Mitspracherecht. Zwar lehntdie Überlieferung eine Eheschließung gegen den Willen der Frau ab, aber sie hat in der Praxis oft kaum die Möglichkeiten, sich zur Wehr zu setzen. Traditionell gilt eine Ehe für Mädchen ab etwa 9 Jahren für möglich – gemäß des Vorbildes Muhammads, der seine Lieblingsfrau Aisha mit rund 9 Jahren zur Frau genommen haben soll – heute haben jedoch etliche Länder gesetzlich das Mindestheiratsalter für Mädchen wie Jungen auf meist 16 bzw. 18 Jahre heraufgesetzt.
  6. Polygamie: Ausgenommen in Tunesien und der Türkei hat der Mann prinzipiell immer das Recht auf eine Zweit- oder Mehrehe (4,3), während eine Frau umgekehrt eine Mehrehe nicht schließen kann. Schiiten praktizieren zudem die „Zeitehe“ (oder „Genuß“-Ehe) als zusätzliche, zeitlich begrenzte Ehe unter Zahlung einer Entlohnung an die Frau.
  7. Erbrecht: Das – im übrigen überaus komplizierte muslimische Erbrecht – billigt der Frau immer nur die Hälfte von dem zu, was ein männliches Familienmitglied an ihrer Stelle erhalten hätte.
  8. Trägerin der Ehre: Auch die Familie, Gesellschaft und nahöstlich-muslimische Kultur weisen der Frau einen untergeordneten Platz zu. Sie hat Sitte und Anstand zu wahren, sich zu verhüllen und nach Möglichkeit im Haus zu bleiben. Zwar gelten in der Theorie für Mann und Frau dieselben Strafen für Unzucht und Ehebruch. In der Praxis jedoch wird Männern mehr Bewegungsspielraum zugestanden, da nur das Verhalten der Frau die Familie entehrt, nicht das des Mannes. Muslimische Frauenbewegungen fordern seit Jahrzehnten vermehrte Rechte ein, allerdings nicht unter der Vorgabe, die Scharia abzuschaffen. Wenn der Koran nur richtig interpretiert und der „wahre“ Islam Muhammads gelebt würde, werde die Gesellschaft frauenfreundlich. Zwar ist in der Theorie der Korpus an Schariabestimmungen zum Thema Ehe und Familie für alle islamischen Länder einheitlich – abzüglich differierender Auffassungen der einzelnen Rechtsschulen – in der Praxis werden diese Bestimmungen jedoch von Land zu Land sehr unterschiedlich gehandhabt. Auch der Grad der Frömmigkeit der Familie ist von Bedeutung sowie die Frage, ob eine Frau im ländlichen Bereich lebt, denn nur die Stadt kann einer Frau Bildung und Entscheidungsfreiheit bieten.

Dort, wo die Scharia – zumindest teilweise – in die Praxis umgesetzt wurde, muß sie ihr Versprechen, Würde, Freiheit und Gerechtigkeit zu bringen, erst noch einlösen. Minderheiten und Frauen sind die ersten Leidtragenden auf dem Weg zu einer vollständigen Islamisierung der Gesellschaft. Auch in Deutschland ist eine vertiefte Beschäftigung mit dem islamischen Recht und dessen inhaltlicher Definition von Menschen- und Frauenrechten dringend geboten.

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Fatwa: Der Vormund der Frau laut Scharia…

Quelle: Alhu Sunnah

Der Vormund der Frau laut Scharia, und ihr Vormund, wenn ihre Familie aus Christen besteht.

Frage: Ist die Zustimmung des Vormunds eine Bedingung für die Heirat? Wer ist der schariarechtliche Vormund? Und wer ist der Vormund einer muslimischen Frau, wenn ihre Familie aus Christen besteht? Und wenn ich eine christliche Frau heiraten möchte, ist die Zustimmung ihres Vaters auch eine Bedingung?

Antwort von Scheich Abdullah Ibn Jibrin:
Die Mehrheit der Gelehrten ist zu dem Schluss gekommen, dass es ohne Vormund keine Heirat gibt. Und in allen authentischen Hadithen, die in den Gesetzbüchern zitiert werden, steht fest, dass der Prophet (a.s.) sagte: „Eine Frau kann keine Frau verheiraten und eine Frau kann auch nicht sich selbst verheiraten.“ Ihr schariarechtlicher Vormund ist ihr Vater, ihr Sohn, ihr Bruder oder einer ihrer mahrams, wobei man beim Nächsten der in Frage kommenden Vormunde beginnt, gemäß der Aussage des Propheten (a.s.): „Dann der dir am nächsten Stehende und dann der dir am nächsten Stehende“ oder auch „dann dein Nächster und dann dein Nächster“. Wenn nun die Frau Muslimin ist und ihre Verwandten nicht, dann ist ihr Vormund der Machthaber des Landes, wie z. B. ein Richter, der Imam einer Moschee oder der Prediger, wenn es in dem Land keinen Richter o. ä. gibt. Dies anhand der Aussage des Propheten (a.s.) „Und wenn sie miteinander streiten, dann ist der Machthaber Vormund für denjenigen, der keinen Vormund hat.“ Diese Hadithe finden sich im „al-mughni“ in dem ersten Buch zur Heirat.
Wenn er nun eine Christin heiraten will, so ist die Zustimmung ihres Vaters keine Voraussetzung, denn der Islam hat zwischen ihr und ihm eine Trennung vorgenommen. Allah sagt: „Und Allah wird den Ungläubigen keine Möglichkeit geben, gegen die Gläubigen (vorzugehen).“ (an-nisa’: 141)
Ihr Vormund ist dann der Machthaber oder der Vorsteher des islamischen Zentrums o. ä. und zwischen ihr und ihrem Vater besteht keine Verwandtschaft mehr.

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