Mohammed – eine Figur aus 1001 Nacht?

Wenn sich Islamkritik mit den vorhandenen Zuständen in islamisch dominierten Gesellschaften bzw.  Parallelgesellschaften befasst, wird oft entgegnet, das habe nichts mit Islam zu tun™, sondern sei eine Folge sozialer Probleme und diese seien in erster Linie vom Westen verursacht. Diese Ausrede funktioniert nicht, wenn man sich mit der Entstehungsgeschichte des Islam befasst, denn daran war der “böse Westen” nicht beteiligt.

Daher hier drei Ansätze, die den Islam aufgrund seiner Enstehung kritisch hinterfragen. Der erste Ansatz fragt nach den theologischen Grundlagen des Islam. Der nächste Ansatz befasst sich mit der Auswertung der islamischen Quellen und der dritte Teil mit der Frage nach der historischen Belegbarkeit. Wer sich die Zeit nimmt, sich diese drei Ansätze anzusehen, wird am Ende feststellen, dass die theologische Legitimation des Islam auf sehr wackeligen Beinen steht. Vielmehr muss man davon ausgehen, dass es eine vernünftige theologische Legitimation nicht gibt.

Das aber wiederum wirft die Frage auf: Wenn der Islam nicht als Theologie im herkömmlichen Sinne einzustufen ist – was ist er dann und wie ist mit ihm umzugehen? Kann man es beim jetzigen Stand der Forschung gutheißen, den Islam als eine Religionslehre in das deutsche Bildungssystem zu einzuschleusen?

Hier nun drei Theorien zur Entstehung des Islam:

  1. Mohammed erschien ein Engel, der sich als “Gabriel” bezeichnete und diktierte den Koran als “abschließende Offenbarung” → Diskussion aufgrund der Diskrepanzen zwischen Bibel und Koran
  2. Mohammed dachte sich den Koran aus → Diskussion aufgrund der Befunde innerislamischer Quellen
  3. Jemand dachte sich Mohammed und den Koran aus → Diskussion unter Hinzuziehung außerislamischer Quellen

Theorie 1: Gabriel diktierte Mohammed den Koran

Dieser Ansatz nimmt die üblicherweise über die Anfänge des Islam erzählten Begebenheiten unter die Lupe und geht von einer “echten Offenbarung” aus – so wie es seit Generationen geglaubt wird. Wie ist dem zu begegnen?

Der islamischen Theorie zufolge soll Mohammed ein Prophet gewesen sein, der zwischen 569/570 (Mekka) und 8. Juni 632 (Medina) gelebt haben soll. Ab dem Jahr 610 soll er eine Offenbarung von einem Gott namens Allah erhalten haben, die dieser über einen Engelboten namens Gabriel “herabgesandt” habe. Seine Lehre soll zeitnah von seinen Anhängern in einer Loseblattsammlung fixiert worden sein. 20 Jahre nach seinem Tod soll mit der Erstellung des Koran begonnen worden sein. Zu der Zeit soll bereits die gesamte arabische Halbinsel durch Mohammed erobert und islamisiert worden sein.

Zum theologischen Hintergrund:

Die einzige bis dahin dokumentierte Begegnung zwischen einem Engel namens Gabriel und einem Menschen entstammt den Überlieferungen über Jesus von Nazareth und wurde um das Jahr 60 in Kap. 1 des Lukas-Evangeliums schriftlich fixiert. Der Erzengel Gabriel sagte demnach zu einer jungen Frau namens Maria:

Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir.

Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben.

Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat.  Denn für Gott ist nichts unmöglich.

Der verwendete Begriff “Begnadete” wird für keine anderen Person in der Bibel verwendet, hebt die Jüdin Maria also aus der gesamten bisherigen Schilderung der Geschichte des jüdischen Volkes heraus. Die Formulierung “die Kraft des Höchsten wird dich überschatten” zieht eine direkte Parallele zur Bundeslade, so dass hier nicht selten der Schluss gezogen wird, Maria sei die “Lade des neuen Bundes”. Der Sohn der erwähnten Verwandten Elisabeth soll Johannes der Täufer gewesen sein, der damals als Prophet galt und die Menschen im Jordan taufte – auch seinen Cousin Jesus. Johannes der Täufer soll von König Herodes geköpft worden sein.

Demgegenüber steht nun eine völlig neue Offenbarung, die im Jahr 610 an Mohammed, einen ehemaligen Schafhirten und Ehemann einer reichen Kauffrau, ergangen sein soll und zwar fortlaufend über 20 Jahre hinweg. Die erste Begegnung (im Jahr 610) zwischen dem schlafenden Mohammed und dem Engel Gabriel wird nicht im Koran beschrieben, sondern befindet sich in der Mohammed-Biographie des Ibn Ishaq (geboren um 704 in Mekka):

„Ich schlief, als der – der Erzengel Gabriel – mit einem beschriebenen Seidentuch zu mir kam und sprach: ‚Trag vor!‘ Ich antwortete: ‚Ich trage nicht vor.‘ Daraufhin drückte er mich in das (Tuch), dass ich glaubte, sterben zu müssen“. – Nach viermaliger Aufforderung fragte dann Mohammed: „Was soll ich vortragen? – und ich sagte dies nur aus Furcht, er werde mich wieder so fürchterlich bedrängen. Daraufhin sprach er. Also trug ich es vor. Er ließ ab und verschwand, ich aber erwachte aus meinem Schlaf, und es war mir, als wären mir (diese Worte) fest in mein Herz geschrieben.“

Schon alleine die Unterschiede der beiden geschilderten Begegnungen mit dem Erzengel Gabriel sind bemerkenswert. Noch stärker geht der Inhalt auseinander: Gabriel prophezeit im ersten Fall die Geburt des “Sohnes des Höchsten” (also den erwarteten Messias) und sendet im zweiten Fall 610 Jahre später eine komplette neue heilige Schrift herab, in der Jesus vom als Prophet und nicht als Sohn Gottes eingestuft wird. Auf den ersten Blick ist erkennbar, dass es sich nicht um ein und denselben Engel gehandelt haben kann.

Der Koran besteht aus einer Sammlung von Vorschriften in Versform, die allesamt vom Engel Gabriel diktiert und anschließend von Mohammed rezitiert worden sein sollen. Für einander widersprechende Verse gilt das Prinzip der Abrogation, das im Koran selbst festgelegt ist: Falls Allah vorher etwas anderes sagte, gilt das zuletzt Gesagte. Das gibt es in der Bibel auch, da Jesus die Menschen von allerlei Vorschriften (z.B. Speisegesetze, Beschneidung) befreite, so dass sich seine Anweisungen auf die 10 Gebote, das Gebot der Selbst- und Nächstenliebe und das Gebot zur Segnung der Feinde beschränken.

Im Koran sieht die Änderung allerdings so aus, dass keine Erleichterungen, sondern Verschlimmerungen geschaffen wurden. Die jüngeren Verse aus Medina sind kriegerisch, fordern zum Kampf gegen die Ungläubigen auf. Zu der Zeit war Mohammed ein erfolgreicher Räuber und Kriegsherr, während er vorher in seiner Heimat Mekka ein Geächteter war, der dem Ansehen des Kultortes schadete. Wenn jedoch die Suren passend zu Mohammeds Lebenssituation “herabgesandt” wurden – passen sie dann überhaupt für den Rest der Menschheit und für alle Zeit?

Der Prophet gilt als höchstes Vorbild im Islam. Und der Schluss den die islamische Welt aus der Dualität der Suren ziehen kann ist, sich dort, wo der Islam noch nicht Fuß gefasst hat, friedlich zu verhalten und dort, wo er an Macht gewinnt, den Krieg gegen die Ungläubigen zu führen. Überall auf der Welt sind Staaten zu rein islamischen Staaten umfunktioniert worden. Ein Nebeneinander von Kulturen / Religionen scheint nicht erwünscht.

Die Suren mitsamt der Abrogationstechnik erinnern eher an irdische, menschliche Gesetze, die fortgeschrieben werden. Weniger an universell gültige. Wollte man durch ein Sortieren nach Länge verschleiern, dass sie von Mohammed jeweils passend zu seinen gerade stattfindenden Aktionen rezitiert wurden?

Vergleicht man das “Menschheitsprojekt Bibel” mit dem “Menschheitsprojekt Koran”, so stößt man unweigerlich auf völlig verschiedene Lebensformen. Dort wo sich die Bibel als religiöse oder moralische Institution durchgesetzt hat, findet man heute freiheitlich-demokratische Rechtsstaaten. Dort, wo nach dem Koran gelebt wird, gibt es Monarchien oder nur nach außen hin demokratisch organisierte Despoten-Staaten. Minderheitenschutz, Gleichberechtigung, Religionsfreiheit, Bildung für alle sind dort nicht verwirklicht. Die Menschenrechtsberichte sprechen Bände.

Und noch etwas ist merkwürdig: Während die Bibel eine mehr oder weniger chronologische Gesamtschau der jüdisch-christlichen Überlieferung mit eingebetteten Zitaten von Gottes Weisungen darstellt, die über einen Zeitraum von ca. 1300 Jahren geschrieben wurde, soll der Koran nach islamischer Vorstellung von einem Mann anhand gegebener Engelsbotschaften über einen Zeitraum von 22-23 Jahren rezitiert und von seinen Anhängern niedergeschrieben worden sein. Die Überlieferungen rund um das Leben des Mohammed befinden sich getrennt vom Koran in anderen Quellen. Hier wurde also die eigentliche Botschaft von der Überlieferung der Geschehnisse getrennt. Diese Zweigleisigkeit macht stutzig. Warum werden der Prophet und seine Prophetie sauber getrennt und in unterschiedlichen Dokumenten zu unterschiedlichen Zeiten aufgeschrieben?

Hieraus ergeben sich bedeutende Unterschiede für die Interpretation von Bibel und Koran:

Historische Texte werden heutzutage mit der historisch-kritischen Methode geprüft. Das bedeutet, dass man sich nicht nur mit dem Text selbst befasst, sondern sich verschiedener Hilfswissenschaften bedient, um das Ganze zeitlich und inhaltlich einzuordnen. Hilfswissenschaften sind z.B. die Archäologie, die Münzforschung und die Papyrusforschung mit ihren modernen Datierungsmöglichkeiten. Im Grunde genommen wird dabei so vorgegangen, dass man immer versucht, die möglichst älteste Version eines Textes zu finden, um so nah wie möglich am Original und seinem Verfasser zu sein. Außerdem vergleicht man das Ganze mit außerbiblischen Befunden (Archäologie, historische Texte). Es wird nach unverkennbaren historischen Markern geschaut (Persönlichkeiten aus der Geschichte, Volkszählung, Tempelzerstörung in Jerusalem). Erst dann befasst man sich mit dem eigentlichen Sinnzusammenhang. Sinn und Zweck dieser Forschung ist zum Beispiel die Frage, wer die Verfasser der vier Evangelien sind, woher sie ihre Informationen nahmen (Augenzeugenberichte, direkter Kontakt zu Aposteln, bereits vorhandene Zitatensammlungen), um anschließend Aussagen über die Datierung und Zuverlässigkeit der Überlieferung machen zu können.

Die historisch-kritische Methode kommt dort an ihre Grenzen, wo es sich um reine Offenbarung handelt. Man kann erzählte historische Begebenheiten nachprüfen, man kann Informationen zum Kreis der Verfasser und zur Authenzität der erwähnten Personen auswerten, man kann Stammbäume erstellen. Was man aber nicht kann: Eine Offenbarung überprüfen. Bezogen auf obigen Text aus dem Lukas-Evangelium kann man Forschungen darüber anstellen, ob der angekündigte Jesus wirklich existiert hat und ob es eine Verwandte namens Elisabeth gegeben hat, die noch im hohen Alter überraschend ein Kind bekam. Man kann auch feststellen, dass sich die im Text enthaltene Prophetie erfüllt hat, namlich, dass der angekündigte Jesus noch heute “Sohn des Höchsten” genannt wird. Was man aber nicht nachprüfen kann, ist die Frage, ob es “den Höchsten” gibt, ob der “Heilige Geist” jene Maria “überschattete” und sie aufgrund dieser Begebenheit schwanger wurde. Genausowenig lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt überprüfen, ob Jesus “in Ewigkeit herrschen” wird. Man kann also eine Offenbarung nicht überprüfen, sondern nur den Kontext, in dem sie steht. Der Rest ist eine Frage des Glaubens.

Der Koran ist im Gegensatz zur Bibel eine reine Offenbarungsschrift. Bezogen auf seinen Inhalt kann die historisch-kritische Methode also schwer greifen. Sie kann sich lediglich mit der Entstehungsgeschichte auseinandersetzen. Die islamische Koranforschung widmet sich in dieser Frage nur islamischen Quellen. Weder die Archäologie, noch die Münzforschung, noch außerislamische Quellen wurden bisher eingesetzt. Der Grund liegt in der Materie: Die Echtheit des Koran, die Mohammedzitate, die kursierenden Zeitzeugenberichte und seine Entstehungsgeschichte werden als gegeben angenommen und hierauf baut der ganze Rest der “Forschung” auf, die sich lediglich mit der Frage befasst, welche Schlüsse man aus den vorliegenden Dokumenten ziehen sollte.

Während die Bibel “aus einem Guss” ist und das Offenbarte in einen historischen Kontext – nämlich die Geschichte des Volkes Israel – stellt, muss man bei der Koran-Interpretation mehrgleisig verfahren und mühsam zunächst die Chronologie rekonstruieren. Danach muss man dies noch mit der Biographie Mohammeds vergleichen, um zu erfahren, in welchem Kontext welche Aussage des Korans steht: Warum wurde die Sure gesandt? Wie wandte Mohammed den Inhalt konkret an? Da verschiedene Kompendien von sogenannten Hadithen in verschiedenen islamischen Rechtsschulen existieren und ihnen unterschiedlich hohe Bedeutung zukommt, kann man sich das Chaos vorstellen, was sich über die Jahrhunderte in Form von Rechtsgutachten (Fatwas) angesammelt hat.  Hinter dem recht einfach gehaltenen islamischen Glaubensbekenntnis verbirgt sich ein juristischer Moloch, denn alle in den Rechtsschulen gezogenen Ratsschlüsse sind Gesetz für den jeweiligen Geltungsbereich. Deshalb heißt es ja auch “Rechtsschulen” und nicht “Religionsschulen” oder “Glaubensschulen”. Wenn unser Innenminister in der “Islamkonferenz” tagt, so ist nicht Thema, was im Islam geglaubt wird, sondern nach welchen Regeln man im Islam zu leben hat. Damit wird regelmäßig die Gewaltenteilung und das Neutralitätsgebot des Staates unterlaufen.

Zur Interpretation eines Koranverses reicht also mitnichten dessen bloße Rezitation, sondern es muss auch angegeben werden, welcher Gelehrte aufgrund welcher Legitimation den Vers auf welche Weise ausgelegt hat. Die Art der Auslegung reicht dabei von einer möglichst wortgetreuen Interpretation bis hin zu komplizierten, umfangreichen Kompedien verschiedener Rechtsschulen. Zu berücksichtigen ist ferner, dass manche dieser Rechtsschulen die “Sunna” (Begebenheiten aus Mohammeds Leben, Hadithensammlung) ebenfalls als heilige, wörtlich zu nehmende Schrift nehmen.

An dieser Stelle wird wieder ein wichtiger Unterschied zwischen Bibel und Koran deutlich: Man kann ohne Vorwissen als Laie die Bibel lesen und herausfiltern, welche Verhaltensweisen einen guten Menschen ausmachen, der von seinem Schöpfer mit dem ewigen Leben belohnt wird. Beim Koran wird immer wieder betont, dies funktioniere so nicht. Hier sei eine Zwischenstation in Form von Korangelehrten erforderlich, die über das notwendige Wissen verfügten. Im sunnitischen Islam müssen solche Gelehrten beispielsweise 28 Voraussetzungen erfüllen, wovon das auswendige Rezitieren die erste ist. Die Ergebnisse dieser Gelehrten müssen wiederum mit den Ergebnissen anderer Gelehrter übereinstimmen.

Ergebnis von 1400 Jahren Islam ist, dass das gesamte Leben der Menschen detailliert in verschiedene Kategorien eingeteilt wird. Es gibt Handlungen und Gegenstände, die  “empfehlenswert”, “erlaubt”, “erlaubt, aber nicht empfohlen” und “verboten” sind. Wer ins Paradies will, meidet die verbotenen Sachen und orientiert sich an den empfohlenen. Das Familienoberhaupt ist jeweils dafür verantwortlich, dass dies in seiner Familie umgesetzt wird. Verhält sich eine Tochter gegen die Regeln, gefährdet sie damit das Seelenheil des Vaters. Daher die frühe Verheiratung, denn dann ist der Ehemann für die Überwachung zuständig.

Was religionsintern schon problematisch ist, führt zu besonderen Spannungen mit Andersgläubigen. Ein türkischer Hodscha erklärte die Vorgehensweise auf einer interreligiösen Dialogveranstaltung wie folgt: “Wir glauben an die heilige Schrift Koran. Die Koranverse sind das oberste Dogma. Danach kommt die Überlieferung über die Prophetenworte. Dann die Gemeinschaft der Gelehrten und erst zum Schluss darf ein Einzelgelehrter einfache Zwischenschlüsse ziehen. Bei jedem Koranvers gibt es ein Vorher und eine Nachher: Warum ist der Vers geschrieben worden? Wie interpretierte ihn der Prophet? Wenn ich einen bestimmten Vers wörtlich nehmen würde, müsste ich jetzt aufstehen, ein Schwert ergreifen und Sie alle köpfen. Nur die Auslegung schützt Sie davor.”

Man hat es also mit einer Schrift zu tun, die dazu geeignet ist, Unheil anzustiften bzw. die auf komplizierte Art und Weise von Spezialisten gedeutet werden muss, um Unheil zu vermeiden. Kann so eine verwirrende Schrift von Gott “herabgesandt” sein?

Allen Koran-Auslegungen ist gemeinsam, dass aus der Schrift ein konkretes System von Anweisungen entsprechend der oben genannten Einteilungen abgeleitet wird: Ein eigenes Rechtssystem mit einer Spannweite vom Privatleben im Alltag über Strafrecht bis hin zum Staatsrecht. Dies unterscheidet die Theologie des Islam deutlich von der biblischen Theologie, die unabhängig von der jeweiligem Rechts- und Regierungsform in einem Staat existieren kann. Das funktioniert mit den Weisungen des Koran nicht, da die Befolgung der Anweisungen Mohammeds nicht im Unterlassen von bösen Taten und Befolgen positiver geistiger Maxime besteht, sondern aus lauter praktischen Tätigkeiten und festgelegten Handlungskonsequenzen. Um dies vollständig umzusetzen bedarf es folgender Rahmenbedingungen:

  • Einhaltung von 5 festgelegten Gebetszeiten pro Tag
  • Einhaltung einer 4-wöchigen Nahrungskarrenz pro Jahr
  • Einhaltung von vorgeschriebenen Körperverletzungen (Beschneidung)
  • Einhaltung bestimmter Produktionsmethoden zur Gewinnung von “empfohlenen” und “erlaubten” Produkten
  • Einhaltung von Bekleidungsvorschriften
  • Einhaltung von Nahrungsvorschriften (Schächten, Verbot von Schweinefleisch, Kartoffeln und Alkohol)
  • Einhaltung von Bildungsvorschriften (Koranrezitation)
  • Einhaltung von Apartheitsvorschriften (Geschlechtertrennung bei Religionsausübung und im Alltag, Verbot der Freundschaft mit Andersgläubigen, Verbot der militärischen Ausbildung für Andersgläubige)
  • Einhaltung von Heiratsvorschriften (keine Heirat Andersgläubiger, Heiratsvertrag durch die Väter)
  • Einhaltung von familienrechtlichen Vorschriften (Polygamie, Scheidung, Sorgerecht liegt ab 7 Jahre beim Vater)
  • Einhaltung von Handelsvorschriften (Zinsverbot)
  • Einhaltung von Steuervorschriften (Dschizya-Steuer von Juden und Christen einziehen)
  • Einhaltung von Bestrafungsvorschriften (Todesstrafe durch Strang für Homosexualität, Todesstrafe durch Steinigung für Ehebruch, Todesstrafe durch Schwert für Glaubensabfall und Auflehnung gegen Dhimmitum. Handabhackung für Diebstahl, Fußabhackung für verbotene Sportarten)

Es steht außer Frage, dass moderne Gesellschaften eine solche Praxis der Religionsausübung nicht zulassen können, weswegen an den Islam die Forderung ergeht, eine “abgespeckte, moderate Version” zu liefern, die ein Zusammenleben verschiedener Kulturen ermöglicht. Hierzu muss im Islam jedoch aufwändig geprüft werden, welche Vorschriften unter Umständen entbehrlich sind. Da es verschiedene “Rechtsschulen” gibt, kommen diese natürlich zu unterschiedlichen Auffassungen. Insgesamt ist die Tendenz zu beobachten, dass es zur Bildung von Paralellgesellschaften kommt, in denen nach islamischen Rechtsvorschriften gelebt wird anstatt sich an die Aufnahmegesellschaften anzupassen. Es werden Forderungen zur offiziellen Einführung von Scharia-Recht gestellt (Scharia-Gerichte in Großbritannien) bzw. Ausnahmen nationaler Gesetze erwirkt (z.B. Ausnahme vom Schächtverbot in Deutschland, gerichtliche Durchsetzung islamischer Arbeitsvorschriften usw.). Möglich wurde dies durch die Einführung von “Anti-Diskriminierungsgesetzen” der EU, deren Vorschriften bekanntlich in nationales Recht umzusetzen sind, wenn man Strafzahlungen vermeiden will.

Noch einmal zurück zum Koran – und zwar aus theologischer Sicht:

Für Laien bietet der Koran wenig Interpretationsspielraum. Er ist eine Schrift für Gelehrte. Dennoch verlangen viele islamische Gemeinschaften das Auswendiglernen der Suren. Der Koran erhebt den Anspruch, die “endgültig gegebene Offenbarung” zu sein und damit alle anderen Offenbarungen zu überschreiben. Doch diesen Anspruch erhebt das Neue Testament auch! Mit diesem Gegensatz beschäftigt sich die Politik allerdings nicht, da sie sich ja religions-neutral zu verhalten hat und die multi-religiöse Gesellschaft propagiert. Es ist also politisch völlig verpönt, mit der Bibel selbst zu argumentieren. Sogar Theologen  trauen sich an dieses Thema kaum noch heran. Offiziell heißt es beispielsweise bei der katholischen Kirche im Dokument “Nostra Aetate” (Wir und die anderen) von 1965:

Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslime, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde, der zu den Menschen gesprochen hat. Sie mühen sich, auch seinen verborgenen Ratschlüssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen, so wie Abraham sich Gott unterworfen hat, auf den der islamische Glaube sich gerne beruft.

Deshalb verwirft die Kirche jede Diskriminierung eines Menschen oder jeden Gewaltakt gegen ihn um seiner Rasse oder Farbe, seines Standes oder seiner Religion willen, weil dies dem Geist Christi widerspricht. Und dementsprechend ruft die Heilige Synode, den Spuren der heiligen Apostel Petrus und Paulus folgend, die Gläubigen mit leidenschaftlichem Ernst dazu auf, daß sie “einen guten Wandel unter den Völkern führen” (1 Petr 2,12) und womöglich, soviel an ihnen liegt, mit allen Menschen Frieden halten, so daß sie in Wahrheit Söhne des Vaters sind, der im Himmel ist.

Vergleicht man dies, mit dem, was Paulus in seinem Brief an die Galater schreibt, so wird ein gewisser Zwiespalt deutlich, denn Paulus hat einen Fluch über all jene ausgesprochen, die ein anderes Evangelium verkünden – auch für den Fall, dass die Verkündigung durch einen Engel geschehen sollte:

Doch es gibt kein anderes Evangelium, es gibt nur einige Leute, die euch verwirren und die das Evangelium Christi verfälschen wollen. Wer euch aber ein anderes Evangelium verkündigt, als wir euch verkündigt haben, der sei verflucht, auch wenn wir selbst es wären oder ein Engel vom Himmel. Was ich gesagt habe, das sage ich noch einmal: Wer euch ein anderes Evangelium verkündigt, als ihr angenommen habt, der sei verflucht.

Die Kirche begeht also eine gewisse Gradwanderung. Im Grunde genommen legte sie sich auch nicht wirklich fest: “Abraham… auf den der islamische Glaube sich gerne beruft” ist nicht das selbe wie “Abraham… auf dem der islamische Glaube wurzelt.”

Da der Islam wesentlich jünger ist als das Christentum, stellt sich also die grundsätzliche Frage, wie man denn üblicherweise in der Kirche mit “Neuoffenbarungen” oder “Privatoffenbarungen” umgeht. Privatoffenbarung deshalb, weil Mohammed mutterseelenallein die Offenbarung erhielt. Das ist im Juden- und Christentum anders. Mose und die 70 Ältesten begegneten Gott auf dem Berg Sinai und Tausende von Menschen begegneten Jesus. Im Judentum und Christentum gibt es Viele, die Zeugnis abgelegt haben und Viele haben an der Bibel mitgeschrieben. Die Offenbarung, die die Bibel beschreibt, ist keine Privatoffenbarung, sondern eine Offenbarung an ein ganzes Volk.

Die Kirche hat schon sehr früh begonnen, Häresien zu benennen und zu verwerfen. Davon zeugen die Apostelgeschichte, die Apostelbriefe und die Schriften der anerkannten Kirchenväter sowie die Überlieferungen von den Konzilien. Man traf sich zu diesen Konzilen, sobald sich erkennen ließ, dass wieder eine Strömung aufgetaucht war, die Irrlehren zu Christus verbreitete. Merkwürdigerweise taucht eine Auseinandersetzung mit Mohammeds Lehre, Christus sei ein Prophet und nicht der Sohn Gottes nicht als Thema auf dem 3. Konzil von Konstantinopel auf (680/681).  Angeblich sollte sich da aber der Islam schon sehr weit ausgebreitet haben. Das nächste Konzil fand im Jahr 787 in Nicäa statt und befasste sich ausschließlich mit nebensächlichen Fragen von Bildern und Ikonen. Zu dem Zeitpunkt soll im Islam bereits das Omayyadenreich untergegangen sein und durch ein Kalifat ersetzt worden sein und der Islam bereits vor der Haustür gestanden haben, gar Spanien erobert gewesen sein – und zwar nicht durch Mund-zu Mund-Propaganda, sondern durch das Schwert. Und da unterhalten sich die christlichen Bischöfe über Bilder???

Hier zum Vergleich die Lage von Nicäa:

879 findet wieder ein Konzil in Konstantinopel statt, wo die nächste Häresie erwähnt wird ohne Mohammeds ketzerische Lehre zu thematisieren, geschweige denn zu verurteilen. Schon das alleine ist merkwürdig genug. An der islamischen Geschichtsschreibung kann etwas nicht stimmen…  mehr dazu in Teil III.

Zurück zum Thema Privatoffenbarung und Umgang der Kirche mit Häresien: Es gibt Glaubensgemeinschaften im Christentum, die jede neben der Bibel existierende Überlieferung (mündliche Überlieferung, Tradition) ablehnen (evangelisch, evangelikal – rein auf die Evangelien bezogen). Im katholischen Bereich existieren aber eine Reihe von anerkannten Privatoffenbarungen, die nicht dem Ersatz biblischer Offenbarung, sondern deren Vervollständigung dienen. Man muss sie nicht glauben, aber man kann. Zu nennen ist hier das bekannte 12-bändige Werk der Maria Valtorta mit der Kindheitsgeschichte Jesu sowie das Tagebuch der Schwester Faustyna Kowalska über ihre Begegnungen mit Jesus. Solche Privatoffenbarungen werden in einem aufwendigen Verfahren geprüft, sobald ein Bischof den Eindruck gewinnt, hier würde sich eine Art Sekte innerhalb der katholischen Kirche bilden. In der Regel werden solche Privatoffenbarungen verworfen. Grundvoraussetzung für eine kirchliche Anerkennung ist, dass die betreffenden Personen heilig gesprochen sind. Und hierfür wiederum ist Grundvoraussetzung, dass sich “durch ihre Fürsprache” ein bewiesenes Wunder ereignet hat.

Grundlage des Umgangs mit solchen Privatoffenbarungen ist die Annahme, dass ein “lebendiger Gott” sich nicht nur einmal punktuell offenbart, sondern die Menschen auf dem weiteren Weg begleitet und den Menschen Wunderzeichen zur Bestärkung des Glaubens schenkt. Das Neue Testament ermahnt jedoch zur Vorsicht. Der Text enthält zahlreiche Belege dafür, dass an das Vorhandensein zahlreicher irreführender und böser “Geister” geglaubt wird und es nur einen einzigen wahrhaftigen Geist gibt, den “Heiligen Geist”, der eine der drei göttlichen Wesenheiten des Christentums ist (vergl. zur Trinität das athanasianische Glaubensbekenntnis). Dazu gibt das Neue Testament Erklärungen und Warnungen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Unterscheidungsfähigkeit:

Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen, dem andern durch den gleichen Geist die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln, dem dritten im gleichen Geist Glaubenskraft, einem andern – immer in dem einen Geist – die Gabe, Krankheiten zu heilen, einem andern Wunderkräfte, einem andern prophetisches Reden, einem andern die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden, wieder einem andern verschiedene Arten von Zungenrede, einem andern schließlich die Gabe, sie zu deuten. (aus dem 1. Brief an die Korinther)

Im Brief an die Epheser wird erklärt, dass rund um das Thema “Geister” ein unsichtbarer Kampf stattfindet, dessen Verursacher dann auch gleich genannt wird:

Zieht die Rüstung Gottes an, damit ihr den listigen Anschlägen des Teufels widerstehen könnt. Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister des himmlischen Bereichs.

Gewarnt wird insbesondere vor Irrlehren, wie man bei Timotheus nachlesen kann:

Der Geist sagt ausdrücklich: In späteren Zeiten werden manche vom Glauben abfallen; sie werden sich betrügerischen Geistern und den Lehren von Dämonen zuwenden, getäuscht von heuchlerischen Lügnern, deren Gewissen gebrandmarkt ist. Sie verbieten die Heirat und fordern den Verzicht auf bestimmte Speisen, die Gott doch dazu geschaffen hat, dass die, die zum Glauben und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangt sind, sie mit Danksagung zu sich nehmen.

Johannes schreibt in einem Brief:

Liebe Brüder, traut nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind; denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgezogen. Daran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der bekennt, Jesus Christus sei im Fleisch gekommen, ist aus Gott. Und jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, ist nicht aus Gott. Das ist der Geist des Antichrists, über den ihr gehört habt, dass er kommt.

Jesus selbst warnt und gibt das Beurteilungskriterium vor:

Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie (harmlose) Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Erntet man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen?

Wenn man dies alles zusammennimmt, so verurteilt die Bibel zwar nicht die “prophetische Rede”, lässt aber keinen Zweifel daran, dass die Botschaft der Evangelien in sich abgeschlossen ist und nicht durch eine neue Botschaft ersetzt werden kann. Jede Art “prophetisches Reden”, also jeder als “Privatoffenbarung” bezeichneter Vorgang darf also den Evangelien nicht entgegenstehen und muss – als weiteres wichtiges Kritierium – gute Früchte tragen.

Mohammed wiederum behauptete, ihm sei die “abschließende Offenbarung” gegeben worden und die Bibel sei eine Fälschung. Auch der bis dahin von den Beduinen praktizierte polytheistische Kult sei verkehrt. Er nannte nur einen einzigen der Beduinengötter als echt: Allah (dazu mehr in Teil II). Dies führte dazu, dass er Mekka verlassen musste. Als er mit seiner neuen Botschaft und seiner kleinen Anhängerschaft in Medina auftauchte, versuchte er erfolglos, unter den Juden zu missionieren. Doch es findet sich keine Resonanz aus dem Volk. Was darin mündet, dass Mohammed einen jüdischen Stamm vollständig auslöschte und seine Heimatstadt Mekka und den Rest der arabischen Halbinsel mit dem Schwert bekehrte.

Betrachtet man die Geschichte des Mohammed aus biblischer Sicht, so muss man ganz klar zu dem Schluss kommen, dass Mohammed der Irrlehre eines falschen Engels aufgesessen ist. Dennoch wird heutzutage von Seiten der Christen versucht, einen “interreligiösen Dialog” zu führen. Als Bezugspunkt wurde für alle drei monotheistischen Weltreligionen der “Stammvater Abraham” gewählt. Ab der Generation nach Abraham trennen sich nämlich die Wege. Jesus entstammt dem Stammbaum: Abraham – Isaak – Jakob – David. Neben dem ehelichen Sohn Isaak hatte Abraham aber noch einen unehelichen Sohn mit der Magd Hagar. Damals war es üblich, dass der Vater einen Sohn auswählte und ihn segnete (siehe auch die Geschichte von Jakob und Esau). Laut Bibel segnete Abraham Isaak. Das ist auch von deswegen logisch, weil er mit Isaak auf Gottes Geheiß hin auf einen Berg stieg, um seinen Sohn zu opfern.

Im Islam behauptet man hingegen, Ismael sei der rechtmäßige Erbe Abrahams und von ihm stamme Mohammed ab. Mit dieser Legende pflanzte Mohammed seine Offenbarungsversion mitten in die lange existierende und schon weit verbreitete jüdisch-christliche Überlieferung hinein und konnte seine Version somit auch auf den gemeinsamen Stammvater der Menschheit, Adam zurückdatieren. Unter Bezug auf die bereits vorhandene Überlieferung tauschte er also Jahwe gegen Allah aus und postulierte diesen als den Erschaffer der Welt und der Menschheit.

Aus theologischer Sicht gibt es zwei Möglichkeiten zur Betrachtung des Islam:

  1. Der Islam stellt einen Gegenentwurf zu den Evangelien dar und sein geistiger Urheber (Gabriel) will die Menschen verwirren und von Christus weglocken (“Antichrist”), dessen Existenz nicht geleugnet wird, dessen Gottessohnschaft und Kreuzestod jedoch bestritten werden, genauso wie die Existenz des Heiligen Geistes als “polytheistisch” verworfen wird.
  2. Der Islam resultiert möglicherweise aus einer christlichen Häresie, da Jesus darin auftaucht. Fast sämtliche von der Kirche verworfenen Häresien beschäftigten sich mit der Person Jesu und der Frage seiner Göttlichkeit. Diese wird im Islam bestritten und dennoch bedient sich der Islam zu seiner Verbreitung der Bekanntheit dieses “Propheten” und seiner Mutter Maria. Auffällig ist auch, dass sich fernöstliche Glaubenselemente im Islam finden: Im Islam wird geglaubt, dass alle Seelen vor Tausenden von Jahren gleichzeitig erschaffen wurden und alle ihre Handlungen im irdischen Leben vorbestimmt sind.

Was auch immer man als Ursache annehmen will: Der Koran ist ein seltsamer Mix und trägt keine guten Früchte. Er bringt keine freien Gesellschaften hervor und sät Zwiespalt unter den Völkern. Egal ob menschengemacht oder “herabgesandt”: Diese Religion kann nicht das Konzept der Menschheit für die Zukunft sein. Der Islam gehört auf den Müllhaufen der Geschichte. Deswegen lautet der Auftrag an Politik und Theologie:

“Prüft aber alles und das Gute behaltet.”

Das Herumgerede um den heißen Brei muss ein Ende haben. Der Islam erfüllt noch nicht einmal die Minimalanforderungen moderner Gesellschaften:

Der wichtigste Unterschied zwischen Christentum und Islam ist der: Der Islam ist eine Geburtsreligion ohne Austrittsmöglichkeit (Todesstrafe). Auch in Deutschland gibt es keine Möglichkeit, aus dem Islam auszutreten. Das Christentum ein freies Bekenntnis. Der christliche Religionsstifter, der aus dem Judentum stammte (Geburtsreligion, die über die Mutter vererbt wird), setzte die Religionsfreiheit ein, indem er bestimmte, dass man sich unabhängig vom Elternhaus und aus freien Stücken zu seinem Glauben bekennen soll.

Der nächste wichtige Unterschied ist der, dass im Islam die göttliche Gerichtsbarkeit im Irdischen vorweggenommen wird, indem Gottesgericht mit Schariastrafen abgehalten wird. Im Christentum gab es das zur Zeit der Hexenverfolgung, was aber nicht durch die Bibel gedeckt ist.

Spanien: Kommission prüft Koranverbot

Niederlande: Rechtspopulist fordert ein Koran-Verbot

Video über den Koran:


Drei Dinge über den Islam von TheWhiteR0ses

Link zu einem Video über erfüllte biblische Propheiungen am Beispiel des Buches Daniel

Theorie 2: Mohammed dachte sich den Koran aus

Eine zweite Theorie geht ebenfalls davon aus, dass Mohammed existierte. Allerdings soll er den Islam erfunden und nicht durch einen Engel erhalten haben. Mohammed mixte dabei die Glaubensinhalte der Beduinen mit denen der Juden und Christen.

Mohammeds Motive sind dabei weniger Religiösität und Erlösung, sondern ganz praktischer Natur: Die Beherrschung von Stämmen, unter denen aufgrund der Lebensbedingungen der Wüste, eine starke Konkurrenz herrschte. Und die Erhöhung der Motivation von Kriegern mit der Inaussichtstellung eines Paradieses – ein Vision, die den Beduinen bis dahin unbekannt war.

Diese These wird von Prof. Tilman Nagel vertreten. Nagel geht dabei von den vorhandenen islamischen Quellen aus, also dem Koran, der überlieferten Aussagen von Mohammed (Hadithen) und den frühen Prophetenbiographien. Er hält aufgrund der zahlreich vorhandenen islamischen Quellen Mohammeds Existenz für bewiesen und glaubt auch nicht, dass es sich beim Islam um eine vom Christentum abgespaltene Sekte handelt. Nagel sagt im einem Interview mit Geo ( irrglaube.parlaris):

GEOkompakt: Herr Professor Nagel, was für ein Mensch war der Prophet Mohammed?

Tilman Nagel: Ganz deutlich an ihm war seine überragende Willenskraft: Er hat sich niemals in Kompromisse verwickeln lassen und selbst scheinbar aussichtslose Situationen für sich und seine Anhänger entschieden. Ohne diese Standhaftigkeit hätten die ersten Muslime wohl kaum die Wirren des Anfangs überlebt. Sie hatte aber auch negative Seiten: Egoismus. Halsstarrigkeit. Die Unfähigkeit, Fehler einzugestehen.

Von islamischen Gelehrten wird Mohammed als gutmütiger Kämpfer für Gleichheit und Gerechtigkeit dargestellt.

Das ist unredlich. Nach Mohammeds Tod wollten Muslime in seinem Lebensweg unbedingt das Prophetentum erkennen. Es entstand eine idealisierte Biografie, frei von allen Widersprüchen. Mohammed galt nun als Übermensch; als göttlicher Gesandter, erwählt von Allah, um durch den Koran eine ewig gültige Botschaft zu offenbaren. So wurde ihm der Schleier des Übergeschichtlichen übergeworfen. Leider hat die islamische Gelehrtenwelt diesen Schleier bis heute nicht entfernt.

Und die westliche Forschung?

Die hat sich auf das andere Extrem hinbewegt. Seit den späten 1970er Jahren hieß es: “Die historische Figur Mohammed ist eine Fiktion; der Koran ist über Jahrhunderte hinweg von anonymen Schreibern verfasst und redigiert worden.” Einige Islamwissenschaftler halten die muslimische Urgemeinde sogar für eine christlich-syrische Sekte.

Ist da etwas dran?

Nein. Von allen Weltreligionen ist keine historisch so gut ausgeleuchtet wie der Islam. Es gibt eine Vielzahl an Quellen: die frühen Prophetenbiografien, vor allem die des arabischen Historikers Ibn Ishaq aus dem 8. Jahrhundert; die Überlieferungen der Aussagen Mohammeds; und natürlich den Koran. Ein Buch, in dem sich spiegelt, welche Entwicklung sein Denken und Wirken genommen hat.

Man kann nun alle diese Texte “übereinanderlegen”. Kann die verschiedenen Versionen vergleichen und so aus der späteren Überarbeitung die historischen Tatsachen herauspräparieren. Kann weitere frühe muslimische Quellen hinzuziehen, mit Informationen etwa zu Stammeskoalitionen, zu Mohammeds Feldzügen und – ganz wichtig – zur Entstehungszeit der Suren im Koran; heute sind die ja einfach der Länge nach angeordnet. Das alles habe ich in den vergangenen 15 Jahren getan. Und ich denke, daraus ergibt sich ein recht genaues Bild der Lebensweisen und Glaubensüberzeugungen auf der arabischen Halbinsel im 7. Jahrhundert. Ein Bild, in das Mohammed als “Produkt” seiner Zeit hineingehört – aus dem er als historisch einzigartige Figur aber auch herausragt.


Erzählen Sie.

Die Geschichte des Islam beginnt schon fünf Generationen vor Mohammed, um das Jahr 500. Damals besiedelte sein Stamm, die Quraischiten, das Heiligtum Mekka – einen von zahlreichen Wallfahrtsorten des alten Arabien. In Mekka fehlten natürliche Ressourcen. Deshalb mussten die Quraischiten von der Heiligkeit Mekkas und ihrer Anziehungskraft auf die Menschen leben. Sie bestimmten sich selbst zu “Obmännern” des Hauses Abraham: zu Hütern der einst vom legendären biblischen Stammvater gestifteten Ordnung. Abraham galt ihnen nämlich als Ahnherr aller arabischen Clans – und zwar über seinen Sohn Ismael, der angeblich in Mekka gesiedelt hatte.

Als “Beweis” für ihre eigene, herausgehobene Stellung deuteten die Quraischiten nun ein kleines, dachloses Gebäude aus unverputzten Steinen, verhüllt mit schweren Tüchern: die Kaaba. Sie soll einst von Abraham und Ismael errichtet worden sein. Die Kaaba lag im Zentrum Mekkas. Zu ihr strömten während der heiligen Monate die Pilger und verehrten die Kultbilder ihrer Götter: etwa des syrischen Mondgottes Hubal. Und sie verehrten den übergeordneten Schöpfergott Allah; alilah bedeutet einfach nur “der Gott”.

Man sollte sich von der Vorstellung lösen, der Islam sei an einem mythischen Ort irgendwo in der Wüste entstanden. Mekka war [eingebunden] in die Stammeskonflikte und politischen Ereignisse auf der arabischen Halbinsel; die “Weltoffenheit” spiegelte sich in der Vielzahl der verehrten Gottheiten. Diese Götter – und die damit verbundenen Riten – bildeten das Geschäftsmodell der Quraischiten. Mohammeds Großvater zum Beispiel kümmerte sich um die Speisung der Wallfahrer; ein gewichtiges Amt, aus dem sich für den Enkel eine gewisse religiöse Prägung ergeben haben mag.


Aber ist Mohammed denn nicht, wie manche Biografen behaupten, in großer Armut bei Beduinen aufgewachsen?

Das ist auch so eine spätere Verklärung. Mohammed hatte zwar das Pech, dass sein Vater starb, noch ehe er (wohl im März des Jahres 569) zur Welt kam. Und es stimmt, er wuchs in der Wüste auf. Das lag aber an den Familiengesetzen seiner Zeit: Eine verheiratete Frau blieb bei ihrer Sippe, der Ehemann besuchte sie, und sie praktizierten eine Art gekauften Geschlechtsverkehrs.

Nun kam Mohammeds Mutter aber aus einem fremden Stamm. Deshalb haben die Quraischiten den Knaben einer beduinischen Amme übergeben – sie wollten ihn aus dem anderen Stamm lösen und für sich selbst reklamieren. Er kam dann später zu seinem Onkel, einem Karawanenhändler. So stand er in enger Verbindung zu den besten Sippen Mekkas. Bis er nicht mehr tragbar war.

Wegen seiner neuen, unerhörten Lehre von der vollkommenen Unterwerfung unter den Willen Allahs.

Vor allem wegen ihrer radikalen Konsequenzen. Den Glauben an den einen Gott Allah zu predigen hieß, an den ökonomischen Grundlagen des eigenen Clans zu rütteln: ohne Götter keine Wallfahrer, ohne Wallfahrer keine Einnahmen. Mohammed warb ja auch in anderen Kultorten nahe Mekka für seine Botschaft. Das war ein Tabubruch, nein: eine Revolution! Denn dort hatten Quraischiten nichts zu suchen. So geriet nicht nur die Existenz Mekkas, sondern das ganze fein austarierte System der Stammesbündnisse in Gefahr.

Was genau predigte Mohammed? Woher kamen seine Ideen?

Man kann drei Entwicklungsstufen seines Denkens unterscheiden. Der Anfang war recht konventionell. Mohammed gehörte in Mekka zunächst dem Bund der “Strengen” an, einer Art Männergemeinschaft, die sich darum kümmerte, dass die Pilger saubere Kleidung trugen, wenn sie zur Kaaba kamen. Daraus erwuchs eine frömmlerische Emphase der Reinheit: Mohammed übertrug die Ideen der “Strengen” auf alle Lebenssituationen – auf die physische Befreiung vom Schmutz wie auf die innere Läuterung.

Der nächste Denkschritt war der entscheidende: Mohammed identifizierte den altbekannten Hochgott Allah als alleinigen Schöpfer und ständigen Erhalter des Diesseits. Auch dafür gab es Vorbilder. Er kannte ganz bestimmt die “Hanifen”, eine Bewegung frommer arabischer Prediger mit monotheistischer Botschaft. Wenn man so will, wurde er nun ein “Hanif”. Und zwar als “Gesandter Allahs”: Er verkündete, nur diesem einen Gott sollten künftig die Wallfahrtsriten an der Kaaba gelten. In dieser Forderung zeigt sich die ganze Radikalität seines Denkens.

Noch später trat er als Prophet auf, der die Araber die “wahre” Form des Eingottglaubens lehrte und ihnen die von Allah gestifteten Regeln für die Ordnung des Lebens mitteilte. Indem Mohammed Juden- und Christentum als Entartungen zurückwies, gab er sich als Wiederholer des Stammvaters Abraham aus. Ganz wichtig dabei: die Fortführung des Tieropfers. Abraham hatte es praktiziert; die Juden schafften es ab, die Christen sublimierten es im Brot-und-Wein-Ritus [Anmerkung: Bei den Christen gibt es kein Tieropfer! Und die Eucharistiefeier stellt auch kein Menschenopfer dar!]; und nun kam da ein Prophet und stellte die alte göttliche Ordnung wieder her!

Mohammed griff recht oft auf die anderen Hochreligionen zurück: Die scheinbar typisch muslimische Niederwerfung beim Gebet etwa kannte er wohl von orientalischen Christen. [Anmerkung: Christen werfen sich nicht beim Gebet nieder! Sie stehen oder knien beim Gebet – sie treten vor das Angesicht Gottes und unterwerfen sich nicht – das gilt auch für orientalische Christen! Nur bei der Priesterweihe legt man sich auf den Boden! ]

All das klingt so, als wäre er ein nicht sehr origineller spiritueller Bastler gewesen.

Es stimmt: Mohammed fügte heidnisch-arabische und monotheistische Glaubensinhalte zusammen. Aber dabei radikalisierte er sie auch mit ungeheurer Konsequenz. Seine Idee eines Schöpfers, der ununterbrochen tätig ist und alles durchdringt, deckt sich keineswegs mit der christlichen Sicht, die ja Gott eine gewisse Distanz zu seinem Werk zubilligt. Als Muslim müssen Sie ständig vor diesen Allah treten, müssen ihm dauernd in ritueller Reinheit für alles danken. Da kann man schon sagen, dass der Islam über einen theologischen Inhalt verfügt, der zu keiner anderen Religion in Beziehung steht.

Hat Mohammed das alles geglaubt?

Man kann sich natürlich fragen, warum jemand in einem 23-jährigen Prozess der Verkündigung immer neue Gottesbotschaften in die Welt bringt und dafür seine Stellung und die seiner Heimatstadt aufs Spiel setzt. Solche Dinge sind für den Historiker aber nur schwer zu erfassen; da kommen Sie in den Bereich des Glaubens. Wir müssen uns damit zufriedengeben, dass Mohammed sich offenbar von Allah angesprochen fühlte: Wenn man die frühen Zeugnisse seiner Anhänger liest, gewinnt man den Eindruck, er sei subjektiv ehrlich gewesen.

Hat er denn den einen Moment der Berufung erlebt, wie die Muslime glauben?

Wohl eher nicht. Es gibt dazu viele Überlieferungen, die sich zum Teil widersprechen. Eines aber steht fest: Mohammed hat an Epilepsie gelitten. Sein erster Biograf Ibn Ishaq verknüpft dieses Leiden mit dem Prophetentum: Während eines Anfalls sei der Erzengel Gabriel erschienen und habe den Kranken gezwungen, die ihm gerade übermittelten Worte zu rezitieren.

Ibn Ishaqs Werk ist aber auch in anderen Versionen erhalten. Darin heißt es: Immer wenn die Krankheit Mohammed überwältigte, schickte seine Ehefrau nach einem alten Weib, das ihn durch das Knüpfen eines magischen Knotens behandelte. Eines Tages sagte Mohammed: “Ich nehme meine Zuflucht beim Herrn des Frühlichts vor dem Übel der Knotenbläserinnen.” [Anmerkung: auch heute noch gehören magische Rituale, zum Beispiel zur Magieauflösung, zu den Aufgaben von islamischen Hodschas]

Wollen Sie damit sagen, dass Mohammed seine Krankheit in ein religiöses Erweckungserlebnis umdeutete?

Für einen Muslim ist diese Vorstellung natürlich kaum erträglich – weil dann Mohammed selbst und eben nicht Allah bestimmt hätte, wann die Offenbarung einsetzte. Und die islamischen Gelehrten haben sie ja auch ausgemerzt; sie spielt keine Rolle mehr. Aber für mich als Historiker spricht einiges dafür.

Es scheint kaum verständlich: Weshalb haben so viele Mekkaner für einen Epileptiker mit gefährlicher Botschaft ihre Existenz aufs Spiel gesetzt?

Am Anfang waren da nur wenige Anhänger. Mohammed stellte sich während der Wallfahrtszeiten in die Nähe der Kaaba und trug seine Botschaft vor. Er faszinierte damit vor allem junge Menschen.

Weshalb ihm das gelang? Weil er einen speziellen Vortragsstil entwickelte: den der Reimprosa – vielleicht die bedeutendste Leistung seines Lebens. Sie ist einem Außenstehenden schwer zu vermitteln. Denken Sie an die Kassetten mit Koranrezitationen, die es heute überall zu kaufen gibt: an diesen ungeheuer artistischen Umgang mit Sprache – so ähnlich wird es in den Straßen von Mekka geklungen haben: Da trägt jemand einen Text vor, macht mitten im Vers Schluss, setzt neu an, steigert die Emotionen… ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Bald hieß es: Er verwirrt unserer Jugend den Verstand!

Und so, nach all den Provokationen, konnten sich Mohammed und seine Anhänger in Mekka nicht mehr halten?

Ja, sie gingen in eine Wüstenoase, Hunderte Kilometer entfernt – nach Medina. Dieses Ereignis markiert den Beginn der islamischen Zeitrechnung.

In der idealisierten Mohammed-Biografie bildet diese Aussiedlung den Schlüsselpunkt – die Gemeinde von Medina gilt als Urbild aller muslimischen Staatswesen. In Wahrheit war es eher ein Unfall: Mohammed musste fliehen. In Medina nahmen ihn Verwandte auf. Es dauerte viele Jahre, den Islam in Medina zu verbreiten und Mekka zu erobern. Denn das wollte Mohammed unbedingt: zur Kaaba zurückkehren.

Weshalb?

Er hatte zwei Ziele: die Neugestaltung der Pilgerriten im Sinne des Eingottglaubens und die Machtübernahme über die Quraischiten, seinen Clan.

Entstand deshalb die Idee, das Glaubensbekenntnis kriegerisch zu verbreiten – die Idee des Dschihad?

Damit hing es zusammen. “Dschihad” bedeutete zunächst die kriegerische Anstrengung der nach Medina Vertriebenen im Kampf gegen Mekka. Später wurde daraus die Teilnahme an Feldzügen gegen die Ungläubigen. Es begann damit, dass Mohammed die Stadt Medina als Rückzugsraum nutzte, um die Karawanen seiner Feinde zu attackieren. Durch geschicktes Taktieren konnte er nach und nach alle Stämme in Medina auf seine Seite bringen. Unter anderem, indem er viele der dort ansässigen Juden massakrieren ließ – er bezichtigte sie, gegen ihn zu arbeiten. All das war recht perfide.

Dennoch überrascht, wie schnell er triumphieren konnte.

Er hat einfach Glück gehabt. Dazu gehörte auch die Unentschlossenheit der gegnerischen Führung, der Zusammenbruch ihrer Stammeskoalition. Im Januar 630, nach acht Jahren in Medina, marschierte Mohammed in Mekka ein und zerstörte die Kultbilder aller anderen Gottheiten – er brach einfach einen Waffenstillstand, den er zuvor geschlossen hatte. In der Folge unterwarfen sich zahlreiche Stämme aus ganz Arabien seiner Macht. Kurze Zeit später, im Jahr 632, ist er schließlich gestorben.

Herr Nagel, war der Islam Mohammeds eine Religion des Krieges?

Natürlich. Der Islam hat eindeutig als kriegerische Bewegung die Bühne der Weltgeschichte betreten. Mohammeds Wirklichkeit war eben die Stammesgesellschaft. Und daraus erwuchs der große Widerspruch seines Lebens: Der Koran verkündet eine allgemein menschliche, universalreligiöse Botschaft – aber in der Praxis kämpfte Mohammed um Einfluss für sich und seine Sippe.

Für die vielen armen, rechtlosen Bewohner Mekkas, die mit ihm sympathisierten, hat er sich kaum interessiert. Alles, was Mohammed tat, war mit dem Aspekt von Herrschaft verknüpft. Ihm ging es immer auch um Macht.

Das ist alles sehr desillusionierend.

Welche Illusionen hatten Sie denn?

Dass vielleicht Mohammeds Urgemeinde als Ideal gelten könnte – für einen demokratischen, freiheitlichen Islam. Als ein Ideal, auf das sich heutige Muslime besinnen könnten.

Aber genau diese Auffassung ist ja das Problem! Das Ideal zu Lebzeiten Mohammeds war Folgendes: Er sei als Politiker und Heerführer in jeder einzelnen Handlung gottgeleitet gewesen. Nach seinem Tod fragten sich die frühen Muslime: Und jetzt? Wie können wir diesem Anspruch noch genügen? So entstand, was ich den “Mohammedglauben” nenne – die Gelehrten übernahmen die Macht über die Biografie des Propheten. Sie legten Regeln für das Zusammenleben fest, eine juristische Ordnung…

…die Scharia…

und begründeten alles mit Mohammeds angeblichen Worten und Taten: mit dem “Ideal” einer medinensischen Urgemeinde. Bis heute trägt der sunnitische Mehrheitsislam, die erfolgreichste theokratische Herrschaftsform aller Zeiten, an dieser Last: Er holt sich aus Mohammeds Vita keine Anregungen, sondern Anweisungen. Man sollte aber endlich einsehen, dass sich moderne Institutionen nicht mit 1400 Jahre alten Vorgängen legitimieren lassen.

Gibt es keinen Ausweg aus diesem Dilemma?

Manche Gelehrte haben gesagt: “Es hat Allah gefallen, seine Botschaft zu einer bestimmten Zeit herabzusenden. Jetzt leben wir aber in einer anderen Zeit. Wir müssen zusehen, dass wir diese Botschaft für unsere Gegenwart fruchtbar machen – eine Botschaft, die jeder vernünftige Mensch auch ohne Bezug auf Mohammed als wahr erkennen kann.” Das ist der islamische Rationalismus – leider war er schon im späten 10. Jahrhundert erledigt.

Und von den Abertausenden muslimischen Gelehrten heute knüpft niemand mehr daran an?

Nur ganz wenige versuchen so etwas. Eine solche Auffassung können Sie in vielen Ländern der islamischen Welt schlichtweg nicht vertreten. Weil die Gelehrten dort genau wissen, dass sie damit an dem Ast sägen würden, auf dem sie sitzen.

Falls die Theologen Ihre Forschungen, Herr Professor Nagel, wahrnehmen…

…ach, dann werden die sicherlich entsetzt sein. Schade. Denn meine historisch-kritische Methode verträgt sich gut mit dem islamischen Rationalismus. Zu dessen Einsichten müsste man zurückfinden – müsste das Leben des Mohammed “nur” als Mahnung sehen, sich über eine gottgefällige Regelung des Diesseits mit Hinführung zu einem glücklichen Jenseits Gedanken zu machen.

Das wäre ein radikaler Neuanfang, gewiss. Aber war nicht auch Mohammeds Botschaft in seiner Zeit, für seine Mitmenschen etwas unerhört Neues?

http://www.geo.de/GEO/kultur/gesellschaft/58180.html (dort ist der Artikel aber nicht mehr eingestellt). “Mohammed ging es immer auch um Macht” kann man dort aber bestellen.

Ein weiteres Interview: Tilman Nagel “Islam-Forschung – Das Bild Mohammeds ist ein Konstrukt“

Bücher von Tilman Nagel

Rezension: Gab es Mohammed wirklich? (Tilman Nagel 2012)

 

Eine weiterer Autor geht davon aus, dass Mohammed sich aufgrund eines psychischen Krankheitsgeschehens den Koran zusammenphantasierte. Geschrieben wurde das Buch von einem Medizin-Historiker:

Aus einer Rezension von Werner Olles:

…Fundierte Islamkritik und Aufklärung über dessen Stifter sucht man nach den durch das Zweite Vatikanum angerichteten geistigen Verheerungen in „kirchlichen Kreisen“ jedoch leider vergeblich. Lediglich in traditionellen Restbeständen des Katholizismus und des evangelikalen Protestantismus findet sich noch ein leichtes Aufbegehren gegen die anmaßenden Herrschaftsansprüche der angeblichen „Religion des Friedens“, das jedoch oft nur wenig tiefgründig ist.

Umso verdienstvoller ist es daher, wenn sich gestandene Agnostiker und Atheisten endlich dieser Thematik widmen. Der Marburger Medizinhistoriker Armin Geus legt nun mit „Die Krankheit des Propheten“ einen „pathographischen Essay“ vor, der es im wahrsten Sinne des Wortes in sich hat. Dezidiert weist Geus nach, daß es sich bei Mohammed, dem sogenannten „Gesandten Gottes“, um einen mörderischen orientalischen Despoten, vor allem aber um einen psychisch Kranken handelte, dessen chronisch verlaufene paranoid-halluzinatorische Schizophrenie ihn immer wieder zu Gewaltexzessen, Racheorgien, sadistischen Obsessionen und wahnbildenden Phantasien führte. Hinzu kamen, bedingt durch eine übersteigerte sexuelle Appentenz incl. pädophiler Neigungen, ausschweifende amouröse Umtriebe.

Tatsächlich sprachen bereits seine Zeitgenossen von dämonischer Besessenheit, nannten ihn einen „Zauberer“ und „Lügner“ oder hielten ihn schlichtweg für verrückt. Zwar beansprucht der Autor nicht, sämtliche Aspekte der Krankengeschichte Mohammeds und der Kriminalgeschichte des Islam erfaßt und erschöpfend behandelt zu haben, doch kommt er nach Sichtung der wichtigsten islamischen und europäischen Quellen zu dem Ergebnis, daß es sich beim Koran um die „Chronik einer Krankengeschichte“ handelt, und Mohammed an paranoid-halluzinatorischer Schizophrenie mit definierten Wahnvorstellungen und charakteristischen Sinnestäuschungen litt. Die vermeintliche Rede Allahs also nichts als eine chronische Halluzinose und religiöser Wahn? Die unheilvolle Verflechtung von Politik und Religion, die sich im Islam zu einem politiko-religiösen Totalitarismus besonderer Prägung ausgeformt hat, bekommt durch diese bahnbrechende Erkenntnis ein noch grauenvolleres Gesicht.

» Armin Geus: Die Krankheit des Propheten. Ein pathographischer Essay. Marburg: Basilisken-Presse 2011. 219 S., 36.- Euro

Die These von der Erfindung des Islam erscheint logisch, weil alle Bausteine der der neuen religiösen Lehre in der Region vorhanden waren: Die Kaaba als Beduinen-Gebetsstätte in Mekka, mit der man Geld verdiente. Der Gott Allah, der als gemeinsamer Gott verschiedener Beduinenstämme bereits vor Aufkommen der neuen Lehre bekannt war. Zusammen mit der ebenfalls bekannten jüdisch-christlichen Überlieferung wurde daraus ein neuer Glaube zusammengebastelt.

Das Bild zeigt den schwarzen Stein an der Kaaba, der mittlerweile in mehrere Teile zerfallen ist. Er wird bei der jährlichen Pilgerfahrt nach Mekka von Millionen von Gläubigen umkreist. Die Umrundung und das Anbeten von Göttern, die in Steinen wohnen, ist ein Relikt aus vorislamischer Zeit. Bei Wikipedia gibt es eine Tabelle über die Stein-Anbetungsbräuche der Beduinen.

Der Glauben an Steine und heilige Orte hat bei den Beduinen eine lange Tradition. Die Steine galten als Göttersitz und wurden umkreist, geküsst, berührt und mit Blut von Tieropfern bestrichen. Das durfte man nicht in seinen normalen Kleidern machen. Deswegen wurde das Umrunden der Steine barfuß und in besonderen Gewändern oder nackt vorgenommen. Wie man oben im Interview mit Prof. Nagel lesen kann, soll es Mohammeds Aufgabe gewesen sein, die Pilger mit entsprechenden Gewändern auszustatten. Hier einige Informationen, die im Internet zur Kaaba kursieren:

  • Es gibt die Legende, dass die Kaaba eine Hinterlassenschaft des ersten Menschen gewesen sei. Adam habe dieses rechteckige Gebilde gebaut. Es sei dann zu einer Ruine verkommen und durch Abraham und Ismael (= unehelicher Sohn Abrahams, Mutter Magd Hagar) wiederentdeckt worden.
  • Der Bau wurde im Jahr 1630 erneuert, ist also definitiv eine Fälschung und nicht mehr Adams Original-Hinterlassenschaft.
  • Vor Mohammed war das Gebäude Zentral-Heiligtum der arabischen Beduinenstämme.
  • Der schwarze Stein, in dem Allah seinen Sitz hat, wurde zunächst auf einem Berg verehrt und vier Jahre vor Mohammeds erster Vision zur Anbetung nach Mekka gebracht, wodurch die Kultstätte zentrale Bedeutung gewann. Dieser Vorgang war natürlich für die Erfindung einer neuen Religion von herausragender Bedeutung.
  • An der Kultstätte in Mekka wurden nicht nur Steine verehrt, sondern auch eine heilige Quelle mit Namen ZamZam. Noch heute gilt ihr Wasser im Islam als heilig.
  • In Mekka wurden über Jahrhunderte bereits eine ganze Reihe Götter verehrt, deren Sitz unbearbeitete Steine waren, erst später wurden die Götter zu Figuren geformt. Insgesamt wurden 360 Götter in Mekka angebetet.
  • Neben Allah war eine der Hauptgottheiten der arabischen Polytheisten Hubal, der bei der Kaaba als Figur aus rotem Karneol verehrt wurde. Zu Hubal gehörte auch ein Orakel, das man bei wichtigen Anlässen befragte.
  • Es wurden auch verschiedene Göttinnen verehrt: Die drei Hauptgöttinnen sind: Al-Lat, Manat und Al-Uzza. Sie sind die Töchter des Allah. Man hat es bei den Beduinen also mit einer Art Pantheon zu tun.
  • Al-Lat hatte ihren Sitz in einem weißen Stein und man brachte ihr Schlachtopfer.  Sie ist die Abendstern-Göttin. Mohammed ließ auf dem Heiligtum von Al-Lat die erste Moschee errichten.
  • Die Mondgöttin Al-Manat wohnte in einem schwarzen Stein und man brachte ihr ebenfalls Schlachtopfer dar. Dort gab es auch ein Orakel.
  • Die Morgenstern-Göttin Al-Uzza hatte ihren Sitz in einem roten Stein und man brachte ihr ebenfalls Schlachtopfer dar. Al-Uzza manifestierte sich auch in Bäumen, die als heilig galten.
  • Mittels “satanischer Verse” soll der Teufel Mohammed eingeflüstert haben, dass man Allahs drei Töchter auch weiterhin um Fürsprache bitten darf. Gabriel hätte Mohammed dann aber aufgeklärt und daraufhin hätte Mohammed diese Verse geändert. In diesem merkwürdigen Vorgang ist die Hauptursache dafür zu sehen, dass Frauen im Islam auch heute noch als Persiónifizierung des Bösen angesehen werden, “unreine Phasen” haben und ihre zum Bösen verführende Aurah durch Stoff bedecken müssen.

Wie erklärt man sich im Islam, dass trotz Abraham bei den Arabern eine ausgiebige Vielgötterei stattgefunden hat – und zwar noch zu einer Zeit, als Judentum und Christentum (die sich ebenfalls auf Abraham berufen) längst dem Polytheismus abgeschworen hatten?

Nach islamischer Tradition waren die ersten Araber zur Zeit von Ibrahim und seines Sohnes Ismail Monotheisten. Später aber hätten sie dem wahren Gott andere Götter beigestellt (schirk = Beigesellung, Polytheismus) und begonnen diese zu verehren und ihnen zu opfern.

Diese Verwerfungen hätte Mohammed beendet. Seitdem war nur noch die Anbetung des Beduinengotts Allah bzw. dessen Steinheiligtum erlaubt (schwarzer Stein an der Kaaba). Im Islam wird der Polytheismus heute so interpretiert, dass man immer nur einen Gott Allah angebetet habe, dies aber mit Hilfe der Vermittlung anderer Götter.  Nur die Hanafiten hätten konsequent seit Abraham nur noch einen Gott angebetet.

Was ist heute noch Usus bei den Nachfahren der Beduinen? Man kann durchaus von einer “Steinzeitreligion” sprechen:

  • Der vorislamische Hauptgott Allah gilt nun als “einziger Gott”.
  • Das Pilgern zu den Steinen, die den Sitz der Gottheit darstellen, wird weiter praktiziert – ebenso wie das Umrunden und Berühren der Steine.
  • Die Fortführung des Schlachtopfers, indem jedes Tier vor der Schlachtung Allah geweiht wird und sein Blut (das früher zum Bestreichen der Steine benötigt wurde), durch Schächten langsam beim Sterbevorgang aus dem Körper fließen soll. Die Pilgerphase des Jahres wird mit dem Opferfest abgeschlossen, bei dem jede Familie selbst ein Tier opfern soll.
  • Die Pilgerreise ist – gemäß vorislamischem Ritus – nur dann gültig, wenn man sich an alle Regeln gehalten hat, ansonsten ist sie vollständig verworfen und muss wiederholt werden.
  • Der Mond und der Stern gelten als Hauptsymbole des Islam. Sie symbolisieren die Töchter Allahs (Mondgöttin Al-Lat, Morgenstern-Göttin Al-Uzza, Abendstern-Göttin Al-Lat).
  • Das Beten ohne Schuhe und das Pilgern mit besonderen Gewändern, um die Kultstätte nicht zu verunreinigen.

1979 wurde die Kaaba von Rebellen besetzt und von französischem Militär befreit. Dabei wurde der Boden der Kaaba durch eine Bombe aufgrissen. Dort kamen lauter Götzenbilder zum Vorschein, die schnell von den Hütern der heiligen Stätte beseitigt wurden.

Das alles bräuchte heute niemanden zu ineressieren, wenn nicht drei äußerst negative Einflüsse von dieser beduinischen Steinzeitreligion ausgingen:

  1. Zwangsreligion, kein freies Bekenntnis
  2. Zwangsausbreitungsbefehl und aggressives Verhalten gegenüber Andersgläubigen
  3. Entrechtung der Mädchen und Frauen

Da diese negativen Einflüsse vorhanden und nicht wegzudiskutieren oder schönzureden sind, muss offen die Frage gestellt werden, welche Qualität dieser Offenbarung eigentlich zukommt. Sie ist im Archaischen angesiedelt und es mangelt an theologischer Tiefe. Das Element des “Erfindens” tritt mehr als offen zutage. Die angeblichen Visionen einer Privatperson werden als letztgültige göttliche Offenbarung verkauft. Wobei “verkauft” der richtige Begriff ist, denn dadurch wurde der Mekka-Tourismus bis zum heutigen Tag angekurbelt. Den Hütern dieser Beduinenstätte muss sehr daran gelegen sein, den Kult aufrecht zu erhalten und große Erwartungen (Paradies) daran zu knüpfen, um die Pilger bei Laune zu halten.

“Das Paradies” ist übrigens das Glaubenselement, das Mohammed sich beim Juden- und Christentum abgeguckt hat, um es mit dem bereits vorhandenen Allah zu verknüpfen. Ein Paradies gab es vor Mohammed bei den Beduinen nicht. Sie opferten ihren Göttern, um im Diesseits Erfolg zu haben. Erst mit Hilfe des zusätzlichen Paradiesglaubens gelang es, die Beduinen zu besonderen Leistungen zu motivieren und die Ausbreitung zu forcieren. Das Versprechen lautet, dass der lebenslange Kampf für diesen Glauben mit dem Paradies belohnt wird. Das Töten Andersgläubiger stellt die einzige sichere Eintrittskarte in das Paradies dar.

Die alljährliche Hadsch fand 2011 m November statt und Saudi Arabien konnte mit 2,5 Millionen Teilnehmern rechnen. Hier kann man Bilder von den einzelnen Stationen sehen, die sklavisch eingehalten werden müssen, da die Tortur sonst ungültig ist. Bleibt zu hoffen, dass nicht wieder Leute totgetrampelt werden und die Leute nicht total fanatisiert zurückkehren. Im Anschluss findet das archaische Blutbad namens “Opferfest” statt, bei dem jede Familie ein dem Beduinengott Allah geweihtes Tier von Ohr zu Ohr aufschlitzen soll:

Islam

Prof. Nagel geht davon aus, dass Mohammed existierte und den Islam erfand. Doch der Mangel an Nagels Ergebnissen ist, dass er sich ausschließlich mit islamischen Quellen befasste. Das hat einen Grund: Es gibt außerhalb des Islam keine Beweise für Mohammeds Existenz. Somit ist nicht nur der Islam erfunden worden, sondern auch die Figur des Propheten. Das behaupten zwei Autoren:

Theorie 3: Jemand dachte sich Mohammed und den Koran aus

“Der missverstandene Koran”

Koran

Der missverstandene Koran. Erschienen November 2010. Ca. 34,- Euro. ISBN: 978-3899303124

Rezension von Armin Pfahl-Traughber beim Humanistischen Pressedienst:

(hpd) Die Islamwissenschaftlerin Barbara Köster präsentiert die Ergebnisse einer neuen Forschungsrichtung, welche die historische Authentizität vieler Aussagen zur Frühgeschichte des Islam in Frage stellt. Auch wenn man der rigorosen Verwerfung nicht pauschal zustimmt, zeigt sich doch deutlich das mangelnde sichere Wissen über die Entstehungszeit dieser Religion und damit auch für die Legitimation von deren sozialen Geltungsansprüchen.
Die Entstehungs- und Frühgeschichte von Religionen ist häufig von Legenden und Mythen geprägt, welche sich nach einer kritischen Betrachtung historisch nur selten belegen lassen. Lange Zeit ging man davon aus, dass dies beim Islam anders sei. Einerseits handelt es sich um eine relativ junge Religion, existiert für die Zeit von deren Herausbildung doch scheinbar eine Fülle von Quellen. Andererseits ist das bisherige Wissen um die Frühgeschichte des Islam auch von Erkenntnissen geprägt, die weder für Mohammed noch seine direkten Nachfahren als schmeichelhaft bezeichnet werden können. Doch betrachtet man sich die Grundlagen des bisherigen Wissens, so zeigt der kritische Blick: All das, was wir zu wissen glauben, beruht auf islamisch geprägten und nicht zeitgenössischen Quellen. Mittlerweile hat sich im Bereich der Islamwissenschaften eine Außenseiterposition herausbildet, welche bisherige Gewissheiten über die Entstehungsgeschichte des Islam in Frage stellt. Diese Theorien will die Islamwissenschaftlerin Barbara Köster vorstellen.

In ihrem Buch „Der missverstandene Koran. Warum der Islam neu begründet werden muss“ beschreibt sie die Auffassungen von gegenwärtigen Forschern wie Christoph Luxenberg oder Karl-Heinz Ohlig: „Sie stellen den Islam in einen engen Zusammenhang mit dem Christentum, wobei besonders das frühe syrische Christentum eine Rolle spielt. Später hat er weitere, vor allem persische Einflüsse in sich aufgenommen, bevor er schließlich am Ende des 8. Jahrhunderts als eigenständige Religion gelten konnte“ (S. 12). Die zwanzig Kapitel des Buches behandeln die unterschiedlichsten Aspekte aus der Entstehungs- und Frühgeschichte des Islam: Es geht um die Geschichte und Geschichten vom Propheten Mohammed, den Mythos Mekka und die Legende von der Auswanderung, wobei jeweils immer nach der historischen Belegbarkeit gefragt wird. Gleiches gilt für die Darstellungen und Erörterungen zur Geschichte von den Eroberungen bis nach Spanien hinein, das Verhältnis von Jesus und Mohammed oder die Diskussion um die Kopftuch-Frage mit dem Verweis auf den Koran.

Hinsichtlich der historischen Legenden über den Islam formuliert Köster eine eindeutige Botschaft: „Die Geschichtlichkeit seiner Entstehung, auf die er sich ausdrücklich beruft, ist widerlegt. Die Tradition ist nicht Geschichte, sondern besteht aus Geschichten und Anekdoten aus einem Erzähler-Repertoire. Das Leben des Propheten ist ein Produkt dichterischer Freiheit. … Die Auswanderung von Mekka nach Medina hat nicht stattgefunden. Die vier rechtgeleiteten Kalifen hat es nicht gegeben. Es gab keine arabischen Eroberungen unter dem Banner des Islams“ (S. 121). Und weiter heißt es: „Die Hauptaussagen des Islams sind zweifelhaft. Koran und Sunna, die Basistexte zur Legitimation ‚religiöser Regeln’ sind auf andere Weise entstanden als geglaubt. Die Person eines arabischen Propheten mit dem Namen Mohammed ist unhistorisch, dafür der Koran historisch. Die koranische Botschaft ist nicht arabisch. Die Sunna basiert auf der Interessenpolitik verschiedener Personen und Gruppierungen. Der Islam entstand nicht auf der Arabischen Halbinsel“ (S. 243).

Köster zieht demnach symbolisch einen großen Strich durch das bisherige Bild von der Entstehungs- und Frühgeschichte des Islam. Dabei kann sie sich auf neuere Forschungen etwa zur Quellenkritik der muslimischen Texte oder einer Sprachanalyse des Koran ebenso stützen wie auf den Vergleich der überlieferten muslimischen mit den nicht-muslimischen Texten derselben Zeit oder auf unterschiedliche archäologische und numismatische Belege. Ob aber daraus direkt so rigorose Aussagen wie „hat es nicht gegeben“ oder „ist unhistorisch“ ableitbar sind, kann doch auch hinterfragt und kritisiert werden. Gleichwohl wirft Köster der etablierten und traditionellen Islamwissenschaft zutreffend vor, allzu naiv und unkritisch das islamische Bild von der Frühgeschichte der Religion reproduziert zu haben. Unabhängig davon, wie man zu ihrer Deutung der gemeinten historischen Epoche steht, lässt sich angesichts des mangelnden historischen Wissens um sie wohl kaum eine Religion mit einem derart breiten sozialen Geltungsanspruch inhaltlich legitimieren.

Noch eine Rezension zu dem o.g. Buch:

“Jenseits von Mekka”

11.02.2011  Von Michael Ley (Die Presse)

Die Anfänge des Islam liegen im Dunklen. Als Quelle ungeeignet ist jedenfalls der Koran, meint die Publizistin Barbara Köster. Der „Urkoran“ wurde erst spät ins Arabische übersetzt – mit Missverständnissen und Fehlern. Eine Aufdeckung.

Im Jahr 822 stellte der katholische Priester Eulogius aus Córdoba die Frage: „Wer ist Mohammed?“ Nach der traditionellen Geschichtsschreibung wurde Córdoba zu dieser Zeit schon seit über 100 Jahren von Muslimen beherrscht. War dieser Diener Gottes so historisch ungebildet, dass er 200 Jahre nach dem Tod Mohammeds noch immer nichts über den islamischen Religionsstifter wusste. Mitnichten.

Die Zweifel an der Authentizität der islamischen Überlieferungen haben eine lange Geschichte. Im Jahr 1889/90 publizierte der Orientalist Ignaz Goldziher (1850 bis 1921) seine zweibändigen „Muhammedanischen Studien“, die zusammen mit weiteren Schriften die Grundlagen für eine neue Wissenschaftsdisziplin darstellten: eine kritische Islamwissenschaft. Sein im Grunde einfacher wissenschaftlicher Grundsatz lautete: „Niemand, der seriös Islam-Studien betreibt, würde es wagen, die Mohammed und seinen Gefährten zugeschriebenen Aussprüche als Quelle zu benutzen, um ein Bild vom frühen Islam und den ursprünglichen Lehren des Islam zu entwerfen. Die moderne historische Kritik lässt uns gegen eine solche vorsintflutliche Betrachtungsweise auf der Hut sein.“

Die etablierten Islamwissenschaften in den islamischen Ländern und im Westen missachten – abgesehen von wenigen Forschern – diesen Grundsatz und kennen keine Quellenkritik, wie etwa die textkritische christliche und jüdische Theologie. In den letzten Jahren wurden mehrere Studien publiziert, die sich mit den „dunklen Anfängen“ des Islam beschäftigten. Diese Forschungen thematisieren sowohl die Person des Religionsstifters Mohammed (Muhammad) als auch die historischen Wurzeln des Korans. Mohammed soll, laut seinem ersten Biografen, Ibn Ishâq, zwischen 570 und 632 vor Christus gelebt haben. Alles, was selbst westliche Islamwissenschaftler über das Leben Mohammeds zu wissen glauben, stammt nahezu ausschließlich aus dieser umfassendsten und frühesten Quelle, die um 750 im Irak entstanden sein soll. Kritische Forschungen über diesen Autor legen den Schluss nahe, dass diese historische Überlieferung mehr als fragwürdig ist. Die Person Mohammeds wird in keiner außerislamischen historischen Quelle erwähnt, obwohl er an seinem Lebensende über die ganze arabische Halbinsel geherrscht haben soll.

Es ist mehr als verwunderlich, dass die Christen der arabischen Halbinsel nichts von der Entstehung einer neuen Religion und einer neuen politischen Herrschaft bemerkt haben sollen. Keine Chronik zu dieser Zeit nimmt vom Islam Kenntnis, sehr wohl jedoch den Beginn einer arabischen Herrschaft unter dem christlichen König Muawiya im siebten Jahrhundert. Die religiösen Ursprünge des Korans weisen in eine christliche Richtung, der „Urkoran“ war vermutlich ein christliches Lektionar – eine liturgische Anweisung zum christlichen Glauben. Seit vielen Jahren erforschen die kritischen Forscher um Karl Heinz Ohlig auf breiter wissenschaftlicher Grundlage die Anfänge und die Entwicklung des Islam.

Die Autorin Barbara Köster hat in ihrem außerordentlich gut recherchierten und gut lesbaren Sachbuch „Der missverstandene Koran“ die vorläufigen Ergebnisse dieser Forschungen zusammengefasst und kommt zu der Schlussfolgerung, dass sich die Person des Propheten historisch nicht nachweisen lässt und die Ursprünge des Korans deshalb nichts mit der literarischen Figur Mohammeds zu tun haben. Man muss deshalb zwischen diesen beiden Bereichen in der historischen Forschung eine klare Trennlinie ziehen. Die Ursprünge des Korans haben mit Mekka und Medina nichts zu tun, sondern entstanden in einem völlig anderen Kontext.

Realgeschichtlich betritt im siebten Jahrhundert nicht der Islam die Bühne der Weltgeschichte, sondern das erste arabische Reich unter Herrscher Muawiya, der die Dynastie der Omaiyden begründete. Sie waren jedoch keine Muslime, sondern Christen. Im Gegensatz zu Mohammed ist die Existenz von Muawiya in Chroniken und auf Münzen bezeugt. Die Araber jener Zeit waren keine römischen Christen, sondern standen in der Tradition der Judenchristen, d.h., Christus war in ihren Augen nicht der Sohn Gottes.

Die kriegerischen Auseinandersetzungen jener Zeit fanden deshalb auch nicht zwischen Muslimen und Christen statt, sondern zwischen den verschiedenen christlichen Reichen und deren christologischen Ausdeutungen: Die arabischen Christen bekämpften das römisch-hellenistische Byzanz. Die erste historische Kenntnis des Islam stammt von dem syrischen Autor Dionysos von Tellmahre, der 845 starb. Erst 200 Jahre nach dem angeblichen Tod Mohammeds wird der Islam zur historischen Realität.

Die arabischen Herrscher und der Islam als neue – vom Christentum unterschiedene – Religion bedurften eines Religionsstifters. Nicht Mohammed begründete den Islam, sondern er ist eine literarische Erfindung der neuen Religion. Da der „Urkoran“ in syrisch-aramäischer Sprache verfasst war und später ins Arabische übersetzt wurde, entstanden Übersetzungsfehler und viele Missverständnisse, sodass der Koran noch seiner wahren Bedeutung harrt. Die Autorin spricht deshalb von einem „missverstandenen Koran“: Der „wahre Koran“ darf erst noch entdeckt werden. Diese Erkenntnisse widersprechen natürlich eklatant der islamischen Tradition und dem Kanon der westlichen Islamwissenschaft. Sie sind jedoch nur denen fremd, die die unterdrückte Seite der Forschung nicht kennen. Mit diesen Erkenntnissen steht die wissenschaftliche Erforschung des Islam erst am Anfang: Die Grundlagen der traditionellen Islamwissenschaften sind offenbar nicht nur erschüttert, sondern zusammengebrochen.

Kommen wir auf Bruder Eulogius zurück: Er konnte natürlich noch wenig über den Propheten gewusst haben, weil dessen Mythos sich erst zu jener Zeit verbreitete.

Zur historisch-kritischen Betrachtung des Islam (die der ganz NORMALEN Geschichtsforschung entspricht!) gab es eine sehr bedeutsame Kontroverse. Das Land NRW richtete in Münster einen Islamlehrstuhl ein, um dort Islamlehrer auszubilden. Den Lehrstuhl bekam Sven Kalisch, ein Deutscher, der mit 15 Jahren zum Islam konvertierte. Nachdem er sich mit den Forschungsergebnissen der Historiker beschäftigt hatte, zog er daraus den Schluss, die Existenz Mohammeds sei weder beweisbar, noch nicht beweisbar. Daraufhin wurde er von Islamverbänden und seinen Studenten boykottiert. Es hieß, er sei vom Glauben abgefallen und es sei schädlich, sich von ihm ausbilden zu lassen. Das Land NRW setzte einen anderen Professor auf den Lehrstuhl der Uni Münster und nun handelt es sich wieder um ein braves Islam-Integrations-Vorzeigeprojekt. Offenbar besteht der Sinn und Zweck der Islamforschung nicht darin, mit geschichtlichen Fakten zu arbeiten.

„Koran nicht Wort für Wort diktiert“: Islamwissenschaftler Kalisch fordert kritische Forschung (2008)

Islamwissenschaftler Karl-Heinz Ohlig: Hat es Mohammed als historische Gestalt gegeben? (2008)

Nun gibt es ein zweites Buch eines Religionswissenschaftlers, das die These von Mohammeds Nicht-Existenz unterstützt:

“Did Mohammed exist?” von Robert Spencer

Europenews:

Demzufolge war Mohammed, der angeblich 632 in Medina starb, nichts anderes als eine Fantasiefigur. Der Geschichte zufolge hat Mohammed den Koran im Nahen Osten in mehreren Feldzügen verbreitet. Dem widerspricht Spencer vehemment. Er habe seit dem Tod Mohammeds, 632, bis in die 690er Jahre nirgendwo Inschriften oder Erwähnungen über Mohammed oder den Koran gefunden. Selbst in den eroberten Gebieten sei der Koran bis 690 nie erwähnt worden.

Spencer geht davon aus, dass die arabischen Herrscher für sich selbst eine Religion erschaffen wollten, um damit ihre Herrschaft zu legitimieren.

Tatsächlich sei es so, dass die angeblich heiligen Schriften erst 60 Jahre nach dem Tod Mohammeds zusammengetragen und ab etwa 690 gelehrt wurden.

Mit seinen Vermutungen ist Robert Spencer nicht alleine. Deutsche Islamforscher unter der Leitung des Theologen Prof. Dr. Karl-Heinz Ohlig stellten fest, dass Mohammed im ursprünglichen Gebrauch gar kein Eigenname sondern eine Verbform war. Der Islam könnte sich aus einer christlichen Häresie (z.B. Ablehnung des dreifaltigen Gottes) entwickelt haben.

Ein anderer schrieb unter dem Pseudonym “Christoph Luxenberg” ein Buch in dem er beschrieb, dass es auffallend sei, dass es aus den ersten beiden Jahrhunderten des Islam kaum Originalquellen gebe, obwohl es damals im arabischen Raum eine rege Publikationstätigkeit in mehreren Sprachen gab.

Der niederländische Islamwissenschaftler Prof.Dr. Hans Jansen haut in die gleiche Kerbe, wenn er in den erhaltenen Lebensbeschreibungen Mohammeds keine wirklich historischen Texte sieht, sondern diese als “religiöse Erbauungsliteratur” einstuft. Leben und Werk Mohammeds seien nur fromme Erfindungen.

Interview mit Robert Spencer: Hat Mohammed wirklich existiert?

EuropeNews 28 April 2012
Original: Did Mohammed exist?, FrontPage Magazine
Interview von Jamie Glazov mit Robert Spencer
Übersetzung von Liz / EuropeNews

Unser heutiger Gast im FrontPage Interview ist Robert Spencer. Er ist ein Gelehrter für islamische Geschichte, Theologie und Recht und er ist Direktor von Jihad Watch. Er hat zehn Bücher geschrieben, elf Monographien und Hunderte Artikel über den Djihad und islamischen Terrorismus, einschließlich des New York Times Bestsellers The Politically Incorrect Guide to Islam (and the Crusades) and The Truth About Muhammad Sein letztes Buch heißt Did Muhammad Exist? An Inquiry Into Islam’s Obscure Origins und das ist auch das Thema unseres heutigen Interviews.


FrontPage Magazine:
Robert Spencer, Willkommen hier bei FrontPage zu unserem Interview.

Spencer: Danke Jamie.

FP: Warum haben Sie dieses Buch geschrieben? Dies ist keine der Fragen, über die sich viele Menschen Gedanken gemacht haben.

Spencer: Das stimmt Jamie. Über die Frage ob Mohammed existiert hat, haben sich nur wenige Menschen Gedanken gemacht und nachgefragt, beziehungsweise es gewagt danach zu fragen. Die meiste Zeit der vierzehnhundert Jahre seitdem man dachte, dass der Prophet auf der Erde gewesen sei, hat jeder es sicher vorausgesetzt, dass er wirklich existiert hat.

FP: Natürlich. Denn letztendlich ist seine Prägung der Menschheitsgeschichte enorm gewesen. Die Encyclopedia Britannica titulierte ihn als “den erfolgreichsten aller Propheten und religiösen Persönlichkeiten”. In seinem Buch The 100: A Ranking of the Most Influential Persons in History aus dem Jahr 1978, setzte Michael H. Hart Mohammed auf den Spitzenplatz. Wie kann man also sagen, dass dieser Mensch niemals existiert hat und warum ist das so wichtig?

Spencer: Es gibt in der Tat Gründe zur Annahme die historische Existenz Mohammeds zu hinterfragen. Obwohl die Geschichte Mohammeds, des Korans und des frühen Islams weithin anerkannt ist, ergeben genauere Untersuchungen der Geschichte Unglaubliches. Je näher man sich die Ursprünge des Islams betrachtet, desto weniger erkennt man sie. In Did Mohammed exist? Gehe ich den Fragen nach, die eine kleine Gruppe von Pionieren über die historische Authentizität der Standardbeschreibung von Mohammeds Leben und Prophetenkarriere gestellt hat. Eine gründliche Bearbeitung der historischen Aufzeichnungen bieten aufregende Anzeichen, dass vieles, wenn nicht sogar alles was wir über Mohammed wissen, eine Legende und keine historische Tatsache ist. Eine sorgfältige Untersuchung enthüllte ebenso, dass der Koran keine Sammlung dessen ist, was Mohammed als Offenbarungen von dem einen wahren Gott bezeichnet hat, sondern eine Konstruktion aus bestehendem Material ist, hauptsächlich aus jüdischen und christlichen Überlieferungen.

Das ist wichtig, denn meine Forschungen deuten, wie das Buch aufzeigt, auf die Möglichkeit hin, dass der Islam vor allem als ein politische System konstruiert wurde und nur in zweiter Linie als Religion – ein Punkt der wesentliche Bedeutung heute hat auf Grund der Kontroverse über eine Anti-Scharia Gesetzgebung und wie man das Eindringen des politischen Islams in den Westen bewerten soll.

FP: Faszinierend. Wie sehen also einige jener Anzeichen aus, dass Mohammed nicht existiert haben könnte?

Spencer: Nun, vor allem ist es die klaffende Diskrepanz zwischen der Zeit zu der Mohammed angeblich gelebt hat und der Veröffentlichung des ersten bibliographischen Materials über ihn: mehr als 125 Jahre. Stellen Sie sich vor, das erste Lebenszeichen des Bürgerkriegsgenerals Sherman, der im Jahr 1891 starb, würde erst heute veröffentlicht werden und dies in einer Kultur, in der alles mündlich übertragen wurde, in der schriftliche Niederlegungen selten waren.

Es wäre nur normal anzunehmen, dass das Material in der neuen Biographie zumindest eine Mischung aus Geschichte und Legende wäre. Im Falle Mohammeds ist es bekannt und wird sogar von muslimischen Gelehrten anerkannt, dass die Überlieferungen von Mohammeds Worten und Taten in großem Stil im achten und neunten Jahrhundert von Krieg führenden Splittergruppen unter den Muslimen gefälscht wurden, um ihre eigenen Praktiken zu rechtfertigen.

Die Methode mit der die muslimischen Gelehrten traditionell jene Überlieferungen aussortierten, die angeblich authentisch waren und von jenen trennten, die es nicht waren, geschah durch eine genaue Untersuchung der Übertragungskette – d.h. die Liste der Menschen von denen man annahm, dass sie die Überlieferungen originalgetreu weitergegeben hatten, bis zum heutigen Tag. Aber natürlich kann eine solche Liste auch genauso leicht angefertigt worden sein wie dies bei einer Überlieferung der Fall sein kann. Im übrigen, sechzig Jahre lang nach dem Beginn der arabischen Eroberungen, die um 630 begannen, gibt es ebenfalls keine Anzeichen in den noch vorhandenen Aufzeichnungen der eroberten Völker oder deren Eroberer selbst, dass eine neue Religion, ein neues heiliges Buch, oder ein neuer Prophet entstanden waren.

Bis in die 960er Jahre hinein bezogen sich die eroberten Völker, wenn sie von ihren Eroberern sprachen, auf die Hagarianer, Sarazenen, Taiyaya oder auf andere Namen, aber niemals nannten sie sie “Muslime”, und sie gaben auch keine Hinweise, auch nicht auf religiös-polemische Art, dass sie mit einer neuen Religion einher kamen. Auch haben sich die arabischen Eroberer selbst auf ihren Münzen, Bauten oder wo auch immer niemals auf den Islam oder den Koran bezogen.

FP: Das ist ja interessant. Aber warum sollte man überhaupt eine solche Untersuchung beginnen? Religiöser Glaube, jeder religiöse Glaube ist etwas, das die Menschen sehr tief festhält. Die Muslime werden genau diese Idee, historische Prüfungen auf die traditionelle Darstellung der Ursprünge des Islams anzuwenden, als Affront betrachten, oder nicht?

Spencer: Ja Jamie, das werden sie tun. Aber die Fragen in diesem Buch dienen nicht dazu Muslime anzugreifen. Der Islam ist ein Glaube, der in der Geschichte verwurzelt ist. Er stellt historische Ansprüche. Mohammed soll zu einer bestimmten Zeit gelebt und gewisse Doktrinen gepredigt haben, von denen man sagt, dass Gott sie ihm offenbart habe. Der Wahrheitsgehalt dieser Behauptungen ist zu einem gewissen Grad historischen Analysen offen.

Ob Mohammed tatsächlich Botschaften vom Engel Gabriel erhalten hat mag eine Frage des Glaubens sein, aber ob er überhaupt gelebt hat ist eine historische [Frage]. Der Islam ist nicht einzigartig beim Abstecken seiner Ansprüche als historischer Glaube oder indem er zu einer Untersuchung einlädt. Aber es ist einzigartig, dass er keine historische Kritik auf keiner signifikanten Ebene herausgefordert hat. Sowohl das Juden- als auch das Christentum sind weithin zu Objekten wissenschaftlicher Untersuchungen geworden, mehr als zwei Jahrhunderte lang. Warum sollte der Islam von solchen Untersuchungen ausgenommen werden? Und ist es in unserer politisch korrekten Zeit immer noch möglich solche Fragen aufzuwerfen?

Die Gelehrten, die die Ursprünge des Islams untersuchen, werden nicht durch Hass, Heuchelei oder Rassismus motiviert, sondern durch das Bedürfnis die Wahrheit zu entdecken. Es sind die Gelehrten, die die Grundlagen für die Untersuchungen in meinem Buch gelegt haben. Niemand sollte die Wahrheit fürchten und jeder sollte den Willen haben dorthin zu gehen, wo ihn sein Weg hinführt.

FP: Robert Spencer, nochmals vielen Dank, dass Sie zu uns gekommen sind.

LINKS:

Wikipedia über Mohammed

Chronologischer Koran

Textgeschichte des Neuen Testaments

Was Jesus und Mohammed lehrten…

Mythischer Gründungsvater oder historische Figur? Wissenschaftler streiten über die Existenz des Propheten Mohammed (2009)

Hans Jansen “Die historische Nachweisbarkeit von Mohammed, Aisha und wer weiß von wem…”  (2011)

 

Video I: Robert Spencer über die fehlenden Beweise für Mohammeds Existenz (engl.)

Video II Robert Spencer stellt sein Buch vor:

Video III: Robert Spencer über die fehlende historische Belegbarkeit der Figur Mohammed:

 

Video: Was der Islam nicht ist

Video: Was der Westen wissen muss

2 Kommentare

  1. Eine hervorragende Gegenüberstellung der drei Theorien, die verständlich machen, auf welch wackligen Füßen diese Religion steht und die es immer schwerer verständlich uns ertragen lässt, wie es zugelassen wird, den islamgläubigen Ideologen, die einer solchen Religion vorstehen, hier solche Existenz- und Bestandsmarken zu gewähren. Sollen erstmal ergründen, ob diese ihre Religion überhaupt historischen Grund hat, bevor sie uns mit ihren Forderungen weiterhin belästigen.

  2. Zu erwähnen wäre noch das erst die PERSER den Arabern die Grammatik beibrachten.Das Arabisch war ein Gestammel nicht mehr.
    Und oh wunder im ARABISCHEN Koran kommen Persische Wörter vor.Na sowas!Hat sich ALLAH der Allwissende etwa bei den Sprache vertan?Kann ja gut sein wenn man Tausende kann…

    Aber wenn Allah Allwissend ist über Vergangenheit und Zukunft warum hat er dann zuerst gesagt die Moslems sollen 50 mal am Tag beten und Mohammed hat es ihn wie auf einem Viehmarkt auf 5 mal pro Tag runtergehandelt?Wenn ihr mnit einen M. mal Diskutiert fragt ihn mal…

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