Becker legt Revision ein

Die zu vier Jahren Haft verurteilte ehem. RAF-Terroristin Verena Becker (Foto) hat gegen das Urteil Revision eingelegt. Becker war vom Oberlandesgericht Stuttgart für schuldig befunden worden, zumindest „psychologische Beihilfe“ zum Mord an dem damaligen Generalbundesanwalt Siegfried Buback geleistet zu haben.

Die Schandtaten der RAF aus drei Jahrzehnten ziehen bis heute lange Schatten. Einige Morde werden wohl für immer ungeklärt bleiben. So auch der Mord am damaligen Generalbundesanwalt Siegfried Buback und seinen Begleitern, die allesamt am 7. April 1977 vom Sozius eines Motorrades erschossen wurden.

Verena Becker soll den Mord damals „vehement gefordert“ und mit den Worten „Der General muss weg“ unterstützt haben. Zwar wurden Speichelreste von ihr am Bekennerschreiben und die Tatwaffe bei ihr gefunden, doch reichten die Beweise im neuerlichen Prozess nur für eine „psychologische Beihilfe“. Noch während des Prozesses, der sich über 100 Verhandlungstage erstreckte, stritt sie eine direkte Beteiligung am Buback-Mord ab. Am Ende wurde sie zu vier Jahren Haft verurteilt.

Nun legt Becker Revision gegen das Urteil ein, wie ihr Verteidiger Hans Wolfgang Euler bestätigte. „Uns überzeugt das Urteil wegen psychischer Beihilfe nicht“, sagte ihr Anwalt zur Begründung der Revision. Er geht jedoch nicht davon aus, dass bei einem Erfolg der Revision vor dem Bundesgerichtshof das Verfahren neu aufgerollt werden muss. Es handele sich um eine rein rechtliche Frage, die ohne neue Beweisaufnahme entschieden werden könne. Der Bundesgerichtshof wird nun prüfen, ob es im Urteil des Oberlandesgerichts Rechtsfehler gibt.

Von Seiten der Opferfamilie um Michael Buback werde es keine weiteren Bestrebungen für eine Revision des Verfahrens geben. „Wir sind froh, dass wir diesen Prozess nicht mehr ertragen müssen.“, sagte Buback. Auch die Witwe des 1986 von der RAF ermordeten Siemens-Managers Karl-Heinz Beckurts  hatte einige Tage lang den Prozess im Saal verfolgt. „Am 30. Juli wird sie 60.“, sagte Ina Beckurts. „Jetzt lasst sie doch, klärt lieber den Rest auf.“

Karl-Heinz Beckurts wurde zusammen mit seinem Fahrer Eckhard Groppler am 9. Juli 1986 durch ein Bombenattentat ermordet. Zum Anschlag bekannte sich das RAF-Kommando Mara Cagol. Die Identität der Mörder konnte ebenfalls bislang nicht geklärt werden.

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