Das Recht auf Religionskritik

Inhalt:

  1. Darf man Religion kritisieren?
  2. Religionskritik hat Tradition in Deutschland
  3. Gründe für die Unterbindung von Religionskritik
  4. Kritikpotential innerhalb der christlichen Glaubensgemeinschaft
  5. Ebenen der Religionskritik
  6. Wo wären wir heute ohne Religionskritik?
  7. Religionskritik – ein natürlicher Bestandteil der Vernunft
  8. Religionsfreiheit ist ohne Religionskritik nicht denkbar
  9. Das Problem: Der Islam wünscht weder Kritik an der eigenen Religion noch gewährt er Religionsfreiheit
  10. Das Recht auf Religionskritik auf internationaler Ebene
  11. Zukunft der Religionskritik?
  12. Kriminalisierung der Islamkritik

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1. Darf man Religion kritisieren?

Religionskritik fällt – genauso wie die Religionsfreiheit – in den Bereich der Meinungsfreiheit, ist also ein vom Grundgesetz garantiertes Recht. Man darf sich in Deutschland nicht nur seine Religion frei auswählen, sondern man darf darüber hinaus Kritik an religiösen Lehren üben.

Religionskritik kann von den Gläubigen selbst kommen oder von außerhalb. Sie kann von Einzelnen oder von Gruppen formuliert sein. Sie kann von Laien oder Wissenschaftlern stammen. Religionskritik kann im Sande verlaufen, in Reformbewegungen münden oder sogar Glaubensspaltungen hervorrufen. Hier einige Beispiele, die die römisch-katholische Kirche betreffen:

  • Ein Atheistenkongress hält die katholische Kirche für “böse” und fordert einen Stopp der staatlichen Kooperation mit der Kirche.
  • In der “Wir sind Kirche”-Bewegung fordern katholische Kirchenmitglieder Reformen, die über das 2. vatikanische Konzil hinausgehen.
  • 30 Gruppen wollen am 22. September 2011 gegen den Papst protestieren, da er zu den „Hauptverantwortlichen für die Unterdrückung von Lesben, Schwulen und Transgender auf der Welt“ gehöre.

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2. Religionskritik hat Tradition in Deutschland

Das wohl bekannteste Beispiel für Kritik an der katholischen Kirche ist Martin Luther, der als katholischer Mönch den damaligen Handel mit Ablässen für Verstorbene kritisierte (“Seelen-Freikauf aus dem Fegefeuer”) und damit das Zeitalter der Reformation auslöste, das eine große Kirchenspaltung in katholisch und evangelisch verursachte. Obwohl Luther mit keiner einziger seiner Thesen das Amt des Papstes in Frage stellte, fühlte sich die Kirche in ihrer Autorität in Glaubensfragen angegriffen und verlangte von Luther den Widerruf seiner Thesen. Luther verweigerte dies und musste in die Verbannung fliehen, wo er auf der Wartburg die Bibel übersetzte. Unterstützt wurde er von verschiedenen Landesfürsten, die aus politischen Gründen den Einfluss des Papstes schwächen wollten.

Das Beispiel Luthers hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Religionskritik im deutschsprachigen Raum eine hohe Tradition hat. Durch seine Standhaftigkeit hat Luther bewirkt, dass Kritik an religiösen Regeln keine Verschlusssache darstellt, sondern von einer breiten Öffentlichkeit diskutiert werden kann. Davon hat die Meinungsfreiheit in ganz Europa profitiert. Auch die Engländer haben ihre eigene “Reformation”: Unter Heinrich dem VIII. spaltete sich Englands Kirche von Rom ab und wurde zur Anglikanischen Kirche mit den König / der Königin als Kirchenoberhaupt.

Weniger bekannt ist, dass der Reformator Martin Luther nicht nur die katholische Kirche bezüglich des Ablasshandels kritisierte, sondern auch die Glaubensgemeinschaft der Juden und den Islam. Hier einige Zitate aus seinen Schriften:

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Wenn man sich die Zitate ansieht, muss man wahrscheinlich feststellen, dass Luther als “Integrationsbeauftragter” in der heutigen Zeit kaum taugen würde. Heutzutage geht es nämlich – aus politischen Gründen – darum, Religionskritik weitestgehend zu unterbinden. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

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3. Gründe für die Unterbindung von Religionskritik

  1. Die Judenverfolgung im National-Sozialismus
  2. Die Terrorgefahr durch den Islam
  3. Veränderte Demographie und neue politische Konstellationen

In Deutschland ist zwar Kritik an der katholischen Kirche weit verbreitet (siehe Beispiele oben), aber wenn es um Kritik an anderen Religionen geht, wird beständig zur Vorsicht gemahnt. Das hat seinen Grund in der Geschichte. In Phase des National-Sozialismus des Diktators Hitler wurden die Juden als Sündenböcke für alle möglichen Probleme verantwortlich gemacht, verfolgt, geächtet, versklavt und in Massen grausam getötet. Kritik an religiösen Lehren wird daher oft mit dem Argument gekontert, es handelte sich um “Rassismus” bzw. “Nazitum”.

Dieser sogenannten “Nazi-Keule” bedienen sich vor allem linke Gruppierungen (Sozialismus, Leninismus, Marxismus, Kommunismus, Antifa, Anarchisten…). Diese linken Gruppierungen sind der Meinung, der nationale Sozialismus Hitlers sei eine rechtsgerichtete, also eher konservative als sozialistische politische Bewegung gewesen und rufen daher zum “Kampf gegen Rechts” auf, den sie als Kampf gegen “Rassismus” darstellen.

Sich selbst nehmen die Linken allerdings gerne aus diesem Konzept aus. Sie negieren nicht nur den Sozialismus der National-Sozialisten, sondern betreiben selber religiösen Rassismus. So brachte beispielsweise ein nordrhein-westfälischer Ortsverein der Partei Die Linke ein anti-jüdisches Hetzblatt heraus, mit dem zum Boykott israelischer Produkte aufgefordert wird. Es handelt sich um einen Aufruf, wie ihn schon die National-Sozialisten unter Hitler starteten (“Kauft nicht bei Juden!”). Nur einer einzigen Religion gegenüber verhält man sich seitens der Linken aufgeschlossen: Man ist stark daran interessiert, möglichst wenig Kritik am Islam entstehen zu lassen – selbst dann, wenn diese Kritik extremistische Islam-Prediger betrifft.

Aber auch andere Parteien verbreiten hierzulande den Eindruck, Kritik an Religionen sei nur dann erwünscht, wenn es sich dabei nicht um Islam handelt. Die Ursache für diese Ungleichbehandlung von Religionskritik kann man nur vermuten. In den letzten Jahren stieg die Terrorgefahr durch islamische Extremisten stark an und islamische Extremisten stellen laut Verfassungsschutz die größte Gefahr für die innere Sicherheit dar. Wahrscheinlich will man aus Angst vor Rache-Akten die Kritik am Islam reglementieren.

Ein Beispiel hierfür sind die bekannten Mohammed-Karrikaturen des Dänen Kurt Westergaard, die weltweit zu heftigen Protesten in der islamischen Welt führten. Kurt Westergaard konnte nur knapp einem Anschlag in seinem Wohnhaus entgehen, da er sich einen Sicherheitsraum eingerichtet hatte:

Mohammed Karrikaturen

Mohammed Karrikaturen

Wahrscheinlich spielt auch die geänderte Demographie eine Rolle, denn von den mindestens 4 Millionen in Deutschland lebenden Islamgläubigen ist bekannt, dass sie eine höhere Geburtenrate haben als aktuell die Deutschen. Somit versucht jede Partei diese religiöse Minderheit auf ihre Seite zu ziehen.

Die CDU ist ohnehin dabei, ihren Wunsch-Koalitionspartner FDP dauerhaft zu verlieren und sucht sich im linken Politikspektrum einen neuen Koalitionspartner. Im linken Politikspektrum ist man von der Tendenz her eher anti-christlich, anti-israelisch und pro-islamisch eingestellt. CDU und CSU sind auf diesen Kurs umgeschwenkt bzw. versuchen eine Art Balanceakt, indem sie die “multi-religiöse, religionsfreundliche Gesellschaft” propagieren. Für ein solches Konzept wäre fortgesetzte Kritik an einer Religion ein Dolchstoß, denn es basiert auf einem Friede-Freude-Eierkuchen-Bild der religiösen Landschaft. Man hat sich also seitens der Politik weitestgehend von jeder Kritik an Religion verabschiedet und sorgt für ein gesellschaftliches Milieu, in dem Religionskritik diffamiert wird.

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4. Kritikpotential innerhalb der christlichen Glaubensgemeinschaften

Früher war es gang und gebe, dass Glaubensgemeinschaften sich gegenseitig mit Vorwürfen überhäuften, vor allem um ihre eigene Anhängerschar bei Laune zu halten. Heute hält man sich lieber dezent zurück. Es gehört zur Nettiquette, andere Glaubensgemeinschaften nicht zu kritisieren. Obwohl in den Kirchen also hochqualifizierte Theologen in großer Zahl vertreten sind, wird dieses Potential wenig für theologisch-kritische Vergleiche genutzt.

Und so hört man von den ansonsten sehr kritikfreudigen Protestanten sehr wenig über die Probleme des Islam, sondern hospitiert lieber bei Grundsteinlegungen für Moscheen. Auch weite Teile der katholischen Kirche versuchen, den staatlich gewünschten “interreligiösen Dialog” mit dem Islam aufrecht zu erhalten. Allerdings gibt es unter den Katholiken nicht wenige, die diesen “interreligiösen Dialog” für einen “Dialüg” halten, da nicht wirklich über theologische Inhalte diskutiert wird, sondern man freundliche Besuche in Moscheen absolviert.

Da die katholische Kirche – im Gegensatz zu den evangelischen Landeskirchen – eine weltumspannende Kirche ist, weiß man hier natürlich aus erster Quelle, wie es den Christen in anderen Ländern geht. Hierzu ist nämlich festzustellen, dass nicht nur in kommunistischen Ländern (China, Nordkorea) nach wie vor Christen verfolgt werden, sondern in dramatischem Ausmaß auch in islamischen Ländern.  Dies wird in der deutschen Öffentlichkeit und in der Politik jedoch kaum thematisiert.

Informierte Katholiken stoßen sich daher zunehmend daran, dass die Kirche in Deutschland wenig in Sachen Christenverfolgung von der Politik fordert und sich auf der anderen Seite vor den politischen Karren der “multireligiösen, religionsfreundlichen Gesellschaft” spannen lässt. Sie werfen der Kirche vor, dass es verkehrt sei, dass kirchliche Integrationsbeauftragte für Moschee-Bau in Deutschland werben sollen, während woanders Kirchen niedergebrannt werden.

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5. Ebenen der Religionskritik

Wie diese wenigen Beispiele schon erkennen lassen, ist das weite Feld der Religionskritik zunehmend politisiert worden. Je nachdem, an welcher religiösen Lehre man Kritik übt, wird man automatisch einem bestimmten politischen Lager zugeordnet. Das macht die Sache nicht einfacher.

Außerdem dürfte deutlich geworden sein, dass Religionskritik vielschichtig ist. Sie betrifft zum Beispiel diese Ebenen, wobei die Liste sicherlich noch erweiterbar ist:

  • Historische Ebene:
    • Existierte der Religionsbegründer oder liegt seine Existenz im Reich der Mythen?
    • Was weiß man über die Person des Religionsbegründers? Ist es gut, ihn als Vorbild zu propagieren?
    • Wie hat sich die Religion im Laufe der Geschichte entwickelt?
    • Hat(te) sie territoriale Ansprüche?
    • Hat(te) sie Expansionsbestrebungen?
    • Erfolgt(e) die Expansion kriegerisch oder gab es eine friedliche Ausbreitung?
    • Welche politischen Kräfte /Herrscher haben sich der Religion bedient / bedienen sich ihrer?
    • Erloschen andere Religionen durch diese Religion? Freiwillig oder mit Zwang?
  • Persönlichkeitsbildende Merkmale der Religion
    • Welches Gottesbild vermittelt die Religion? (liebend-verzeihend oder strafend-angsteinfößend?)
    • Welches Menschenbild vermittelt die Religion? Welche Eigenschaften soll der “optimale Gläubige” entwickeln?
    • Handelt es sich um ein freies Bekenntnis?
    • Wie wird man Mitglied und wie kann man die Religionsgemeinschaft verlassen?
    • In welcher Form werden die Menschen beeinflusst und wie weit geht der Einfluss auf ihr persönliches Leben?
  • Politische Ebene
    • Welche politischen Systeme sind mit der Religion kompatibel?
    • Akzeptiert die Religion die Trennung von Staat und Kirche und die Gewaltenteilung?
    • Wie stark ist die Religion mit der Politik / den Herrschenden verbunden?
    • Werden mittels religöser Argumente politische Ziele verfolgt?

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6. Wo wären wir heute ohne Religionskritik?

Ganz vereinfacht kann man sagen, dass wir ein anderes politisches System hätten, wenn bei uns Religionskritk nicht so eine starke Tradition gehabt hätte. Die Kausalkette sieht so aus:

 Ohne Luther keine Aufklärung. Ohne Aufklärung kein Zweites Vatikanisches Konzil. Ohne Zweites Vatikanisches Konzil keine Aufgabe jeden weltlichen Machtanspruchs durch die römische Kirche. Ohne Aufgabe des weltlichen Machtanspruchs keine 100% Akzeptanz der Trennung  von Staat und Religion.

Evangelische und Anglikanische Kirche haben zwar noch keine Erklärungen abgegeben, auf weltlichen Machtanspruch zu verzichten, da sie in Skandinavien und England mit Königshäusern verbandelt sind. Aber das fällt nicht ins Gewicht, da sie sich heutzutage politisch „gezähmt“ verhalten.

Was Kritiker heute dem Islam vorwerfen, ist nämlich, dass er – so wie das Christentum früher – die Politik beeinflusst. Man spricht daher von “politischem Islam” und einer fehlenden Gewaltenteilung bis hin zu theokratischen Regierungsformen (Gottesstaat Iran).

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7. Religionskritik – ein natürlicher Bestandteil der Vernunft

Wikipedia über den Begriff „Religionskritik“:

Religionskritik stellt Religiosität und Religionen, ihre Glaubensaussagen, Konzepte, Institutionen und Erscheinungsformen rational und/oder moralisch-ethisch in Frage. Sie begleitet die Religionsgeschichte seit ihren Anfängen. …. Der Theologe Johann Heinrich Tieftrunk (1759-1837) verwendete die Begriffe „Kritik der Religion“ (1790) bzw. „Religionskritik“ (1791ff) erstmals als Titel. Er verstand sie wie Immanuel Kant (Religion in den Grenzen der praktischen Vernunft, 1793) als kritische Prüfung nicht nur bestimmter Religionsinhalte, sondern des religiösen Bewusstseins als solchem, das zu kritisieren sei, soweit es der Autonomie der Vernunft widerspreche. …

Die verschiedenartige Religionskritik des Empirismus, Materialismus, Rationalismus, Positivismus, Marxismus, der Psychoanalyse und des Existentialismus zielt auf Aufklärung, Destruktion und/oder Ersetzung vorhandener Religion, indem sie deren Entstehung aus nichtreligiösen Faktoren aufzudecken versucht. Auch diese Entwürfe bezogen sich historisch vor allem auf vom Judentum und Christentum überlieferte theistische Gottesbilder und Dogmen. Sie kritisieren aber darüber hinaus jede Religion und auch die philosophische Metaphysik, die ihren reflektierten Gottesbegriff ihrerseits gegen personale, mythische und naive Gottesbilder abgrenzte.

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8. Religionsfreiheit ist ohne Religionskritik nicht denkbar

Nur eine Religion, die Religionskritik zulässt, ist ein wirklich freies Bekenntnis – ein echter Glaube – und mit den Menschenrechten vereinbar. Dies kann man am Beispiel des Christentums gut erläutern, da es ein freies Bekenntnis darstellt, also nicht vererbt wird.

Das Christentum genießt den unschätzbaren Vorteil, dass sein Religionsbegründer selbst Religionskritik praktizierte und erlaubte. Er kritisierte laut Überlieferung bereits als Zwölfjähriger im Tempel von Jerusalem die Art und Weise wie die damaligen Schriftgelehrten den Glauben lehrten. Durch zahlreiche Gleichnisse übte Jesus mit seiner Jüngerschaft das kritische Hinterfragen von Verhaltensweisen.

Jeder kennt auch den Satz „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“. Dieser Satz greift in die Verwobenheit von weltlicher und religiöser Rechtsprechung ein. Jesus forderte die Menschen seiner Zeit damit dazu auf, sich bewußt zu machen, dass es anmaßend ist, im Namen Gottes Gericht zu halten. Hieraus resultiert, dass man Gott außen vor lassen sollen, wenn man über Menschen Gericht hält. In Europa haben wir rein weltliche Gerichte und keine Gottesgerichte. Eine Tradition, die Jesus vor 2000 Jahren einsetzte und die leider nicht immer verwirklicht wurde (Hexenprozesse).

Zu Pilatus sagt Jesus vor seiner Hinrichtung: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“. An anderer Stelle sagt er: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist“. Jesus trennt die Gebiete Staat und Kirche klar voneinander ab. Wer immer in seinem Namen unterwegs war und das Gegenteil behauptete, hat diese Dinge glatt überlesen.

Das Matthäus-Evangelium übermittelt uns in Kap. 34, dass Jesus die Religionsfreiheit einsetzte. Er rief die Menschen dazu auf, ihren persönlichen Glauben zu finden und den Glauben nicht von ihrer Herkunftsfamilie abhängig zu machen.

Mit anderen Worten: Das Konzept, das heute in Europa Realität ist, gab es schon vor 2000 Jahren. Es dauerte nur eine Weile bis es allgemeine Akzeptanz fand. Und es floss eine Menge Blut in diesem Zusammenhang. Von daher sollten wir das Konzept der Koexistenz von Religionskritik und Religionsfreiheit zu schätzen wissen. Viele Gepflogenheiten unserer heutigen Gesellschaft sind in der Bibel vorgezeichnet.

Wir sollten auch begreifen, dass Religionsfreiheit und Religionskritik zusammengehören. Das eine ist ohne das andere nicht denkbar. In diesem Kontext enthalten ist auch die Trennung von Staat und Religion, also die Abtrennung der Gesetzgebung und der Rechtsprechung von überirdischer Macht. Und zwar ohne die Existenz einer solchen überirdischen Macht grundsätzlich zu bestreiten.

Die Religionskritik stößt im Christentum dort an Grenzen, wo sie an unumstößliche Glaubenslehre herangeht. Beispiele hierfür sind die Leugnung des Kreuzestods Christi oder die Leugnung der Dreifaltigkeit. Wer solch grundlegenden Überzeugungen widerspricht, dem dürfen Kirchen die Lehrerlaubnis zum Beispiel entziehen. Dieses Prinzip des „Bestandschutzes“ hat genauso seine Daseinsberechtigung wie Religionskritik und Religionsfreiheit.

Wie man sieht, kommt es also auf eine aufgewogene Balance verschiedener Faktoren an, damit im gesellschaftlichen Sektor Religion Frieden herrscht. Genau wegen der Missachtung dieser funadamentalen Menschenrechte verursacht der Islam sehr viel Leid:

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9. Das Problem: Der Islam wünscht weder Kritik an der eigenen Religion noch gewährt er Religionsfreiheit

Im Kreuzfeuer der Religionskritik steht heutzutage vor allem der Islam. Die Kritik am Islam richtet sich unter anderem gegen folgende Punkte:

  • Der Islam erhebt den Anspruch der Perfektion, da seine heilige Schrift (Koran) unmittelbar von Gott zu Mohammed gesandt sei.
  • Der Islam lehrt, dass Anhänger aller anderen Religionen und Atheisten in die Hölle kommen.
  • Der Islam ist eine Geburtsreligion, aus der man nicht austreten kann, die für den “Abfall vom Glauben” die Todesstrafe vorsieht.

Woraus resultieren derartige religiöse Ansprüche? Eine islamische Fatwa (Rechtsgutachten eines religiösen Gelehrten) erläutert dies:

Fatwa zu der Frage, warum nur der Islam die Todesstrafe für den Abfall vorschreiben darf – im Gegensatz zum Christentum

Rechtsgutachter: Der ägyptische Gelehrte und Verkünder des Islam, Dr. Ahmad an-Naqib

Frage: „Wie beantworten wir folgende Frage: Falls es im Christentum die Hinrichtungsstrafe für den Abfall von Christentum gäbe, könnte kein Mensch in Europa zum Islam überteten.

Antwort:
„Das ist korruptes Gerede. Denn das Christentum ist keine Weltreligion, überhaupt keine Weltreligion. Der Prophet [Muhammad] – Allahs Segen und Heil seien auf ihm – sagte: ‘Die Propheten vor mir wurde lediglich zu ihren Völkern gesandt. Im Gegensatz dazu bin ich zu der ganzen Menschheit gesandt.’

Zweitens: Das Christentum ist nicht die abschließende Religion, sondern eine Religion, die vom Islam ausgelöscht wurde, ja, ausgelöscht. Die Hinrichtungsstrafe für den Abfall zeichnet lediglich die abschließende Religion aus. Es gibt überhaupt keine Religion, die die Hinrichtungsstrafe für den Abfall vorschreibt. Denn jede Religion wird von einer anderen [darauf folgenden] Religion ausgelöscht. Jedes Gesetz wird von einem anderen [darauf folgenden] Gesetz ausgelöscht. Deshalb dürfen Christen zum Beispiel Allah nicht anbeten nach der Religion oder dem Gesetz des Hud [einem der Propheten im Islam]. Denn Christen haben ein eigenes Gesetz: ‘Einem jeden von euch haben wir eine klare Satzung und einen deutlichen Weg vorgeschrieben.’ (Sure 5, 48)
Jeder Prophet hat sein Gesetz. Und jedes Gesetz hat die vorigen Gesetze ausgelöscht. Wenn jedes Gesetz [jede Religion] die Hinrichtungsstrafe für den Abfall vorgeschrieben hätte, könnten die Menschen nicht die neuen Gesetze [Religionen] annehmen [zu den neun Religionen übertreten]. Deshalb wurde die Hinrichtungsstrafe für den Abfall von der Religion zur Besonderheit der Religion des Propheten Muhammads – Allahs Segen und Heil seien auf ihn – als Ehrung der abschließenden Religion [des Islam], die alle anderen vorigen Religionen ausgelöscht hat. Das ist das Gesetz des Islam.
Deshalb gibt es auf der ganzen Erde keine Religion, die die Hinrichtungsstrafe für den Abfall von der Religion vorschreibt, ausgenommen der Islam. Die Antwort auf die Frage, warum das so ist, lautet: Weil der Islam die abschließende, vollständige und vollkommene Religion ist, die alle anderen vorigen Religionen ausgelöscht hat.

Quelle: www.youtube.com/watch?v=a7n6s_HYZeo

Gefunden bei: Institut für Islamfragen, 26.03.2011

Siehe hierzu auch:

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10. Das Recht auf Religionskritik auf internationaler Ebene

Entsprechend ihres oben dargestellten Selbstverständnisses beantragten islamische Staaten bei der UNO, jedwede Art von Kritik am Islam weltweit unterbinden zu lassen. Sie hatten damit Erfolg. Aus einem Artikel weiter unten geht hervor, dass es laut UNO-Resolution insgesamt elf Jahre lang weltweit untersagt war, den Islam zu kritisieren. Nun kann man nachvollziehen, wieso dauernd die Rede von der „Religion des Friedens“ war. Und wieso man nicht sagen durfte, der Islam würde irgendwo nicht dazugehören. Oder der Islam sei nicht integrierbar. Oder nicht mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung vereinbar…

Die Bürgerbewegung Pax Europa schreibt zu diesem Vorgang:

Gestern, am 26. März 2009, tagte der berühmt-berüchtigte Genfer UN- Menschenrechtsrat und verabschiedete mit der Mehrheit der mohammedanischen OIC- Länder nebst ihrer afrikanischen Vasallen die angekündigte Resolution zur Unterbindung von Religionskritik, wobei ausdrücklich nur der Islam namentlich genannt wird.

Bei Europenews heißt es dazu unter der Überschrift „Kritik an Scharia oder Fatwas verboten“:

Der Schutz religiöser Gefühle hat es in dieser Zusammensetzung aus 47 Mitgliedern – darunter 13 afrikanische und 13 asiatische Staaten – leichter; sein eifriger Hüter ist die Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), die als Zusammenschluss von 57 Staaten den Anspruch erhebt, die Islamische Welt zu repräsentieren.

Im März beantragte sie erfolgreich, der Menschenrechtsrat müsse künftig über „Missbrauch der Meinungsfreiheit“ berichten, wenn „rassistische oder religiöse Diskriminierung“ im Spiel sei. …

Auch bei den Zusammenkünften des UN-Menschenrechtsrates wird Sprechern künftig das Wort verboten, wenn sie „religiöse Gefühle verletzen“. Als der britische Historiker David Littman in einer Sitzung am 16. Juni die Steinigung von Frauen und die Verheiratung neunjähriger Mädchen in Ländern verurteilte, wo die Sharia angewendet werde, wurde er zunächst von IOC-Delegierten durch ständige Wortmeldungen zur Geschäftsordnung daran gehindert, seine Erklärung zu verlesen.

Anschließend verbot der rumänische Präsident des Rats, Doru Romulus Costea, künftig jegliches Urteil über eine Religion, ein religiöses Gesetz oder ein religiöses Dokument.

Die betreffende Resolution war elf Jahre lang wirksam und ist seit März 2011 wieder vom Tisch wie das Christliche Medienmagazon Pro am 30.03.2011 berichtet:

Umstrittene UN-Resolution geändert

Die umstrittene Resolution gegen die „Diffamierung von Religionen“ ist geändert worden. Das teilt das Hilfwerk „Open Doors“ am Mittwoch mit. Zahlreiche Staaten der Vereinten Nationen hatten sich seit Jahren gegen die Resolution gewehrt, weil sie den Islam unter anderem vor Angriffen durch die Presse schützen sollte.

„Die Generalversammlung hebt hervor, dass die Diffamierung von Religionen, insbesondere des Islam und der Muslime, vor allem in den Menschenrechtsforen wirksam bekämpft werden muss“, hieß es bisher in der Resolution. Experten hatten immer wieder betont, dass diese Weisung verheerende Konsequenzen haben könnte. Dazu zählt nicht nur die Einschränkung der Pressefreiheit – Mohammed-Karikaturen hätten demnach gar nicht gedruckt werden dürfen – sondern auch die faktische Legalisierung von Blasphemiegesetzen. So war etwa die pakistanische Christin Aasia Bibi im vergangenen Jahr zunächst zum Tode verurteilt worden, weil sie den Islam beleidigt haben soll. Ein von der UN mit ihrer Resolution gebilligter Vorgang.

Elf Jahre lang hatten regelmäßig Staaten der Organisation islamischer Länder (OIC) die Erklärung eingebracht. Bisher war sie immer von den UN angenommen worden. In den vergangenen Jahren war die Zustimmung aber nach und nach zurückgegangen. Nach internationalem Protest ist der Wortlaut der Resolution nun geändert worden. Dazu beigetragen hatte „Open Doors“, das nach eigenen Angaben 428.000 Unterschriften gegen die Resolution sammeln konnte. 41.000 davon kamen aus Deutschland. Pakistan und die USA haben daraufhin ein neues Schreiben ausgearbeitet, das laut „Open Doors“ anerkennt, „dass die offene Debatte zwischen Anhängern unterschiedlicher Meinungen und Überzeugungen zu den wirksamsten Schutzmechanismen gegen Intoleranz aus religiösen Gründen gehört“. Ausdrücklich werde im neuen Resolutionstext sowohl das Recht auf Meinungsfreiheit, als auch das Recht der Religions- und Glaubensfreiheit bestätigt, teilte „Open Doors“ mit.

Tatsächlich betont die neue Erklärung, die pro vorliegt, verstärkt das individuelle Recht auf Religionsausübung. Zuvor hatte sie den Islam generell vor Angriffen schützen wollen. So fordern die Verfasser die Staatengemeinschaft auf, die freie Religionsausübung zu fördern, indem sie gegen die Diskriminierung einzelner Gläubiger durch Staatsbedienstete vorgeht. Den Mitgliedern religiöser Gemeinschaften soll die Möglichkeit gegeben werden, ihre Überzeugung auch öffentlich zu zeigen, ihre religiösen Plätze sollen geschützt und der Dialog zwischen den Religionen gefördert werden. Zudem spricht sich die neue Resolution gegen eine Stigmatisierung Gläubiger wegen ihrer Überzeugung aus. (pro)

Weitere Artikel hierzu:

30.03.2011 kath.net: UN-Resolution gegen Diffamierung von Religionen geändert

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11. Zukunft der Religionskritik?

Die geänderte UN-Resolution wird sicherlich etwas zur Entspannung der Lage beitragen. In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass der niederländische Politiker Geert Wilders einen Freispruch bezüglich seiner Religionskritik bekam. Er darf also nach wie vor öffentlich auf die Probleme aufmerksam machen, die mit dem Islam einhergehen und ein Verbot des Koran fordern. Auch die österreichische Justiz wird ihre Urteilsfindung überdenken müssen.

Dreh- und Angelpunkt der Betrachtung müssen die Menschenrechte sein. In diesem Sinne muss jede Religionsgemeinschaft:

  • Religionskritik vertragen (Meinungsfreiheit)
  • Selbstkritik üben
  • objektive Forschung nicht behindern
  • Religionsfreiheit gewähren
  • aufhören, Andersgläubige zu verfolgen
  • und zwar weltweit und nicht nur auf Europa bezogen

Ohne diese Voraussetzungen hat eine Religion in der modernen Gesellschaft keine Berechtigung und sollte die in Europa geltenden Vorzüge der Religionsfreiheit auch nicht genießen dürfen.

Die Politik sollte sich abgewöhnen, das Thema Religion politisch auszuschlachten. Solche unreflektierten Sätze gehören hoffentlich bald der Vergangenheit an:

„Islam ist ein Teil von NRW“:

Der Landtag verabschiedete einstimmig einen Entschließungsantrag von SPD, Grünen und FDP, in dem festgestellt wird, dass der Islam ein Teil von NRW ist. Die CDU kritisierte zwar, der Antrag sei „hohl, oberflächlich und nichtssagend“, stimmte aber dennoch zu.

Ja, es ist wirklich hohl und oberflächlich, mit dem Thema Religion Politik machen zu wollen. Noch hohler und oberflächlicher ist die Meinung, man könne eine Religion der Religionskritik entziehen, indem man sie als zu einem Land “dazugehörig” deklariert. Das hat noch nie auf Dauer funktioniert, das funktioniert nicht und das wird auch nie funktionieren. Sonst dürfte hier keiner den Papst kritisieren, denn “Wir sind Papst!”.

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12. Kriminalisierung der Islamkritik

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Ein Kommentar

  1. Ansichten eines Nichtwissenschaftlers

    Im Zuge der Menschheitsentwicklung vergrößerte sich das Gehirn.
    Es wurde dadurch leistungsfähger und das Bewußtsein erfuhr
    eine enorme Steigerung.
    All dies warf die allseits bekannten schicksalhaften Fragen auf:
    Wer bin Ich usw.usf.
    Gab es eine schlüssige Antwort? NEIN!
    Gibt es sie heute? NEIN!
    Und dies betrachte ICH als das große Dilemma, in dem wir uns
    befinden! Ein Ausweg ist nicht in Sicht.
    Ich stimme dem Verfasser obigen Artikels voll zu!
    Aus einem einzigen Grund:
    Alle Religionen sind aus meiner Sicht Ideologien!
    Bei wirklich Gläubigen denke ich,es ist für sie eine hilfreiche
    Krücke, mit der sie durch dieses ,, Jammertal” gehen,welches
    das Leben genannt wird.
    Für mich selbst sage ich:
    Mit meiner Geburt wurde ich verurteilt zu leben!
    Gleichzeitig aber begnadigt,eines Tages sterben zu dürfen!

    Ich bedanke mich für Ihre Geduld

    Bei meiner Geburt bin ich zum Leben verurteilt worden!
    Aber gleichzeitg begnadigt:eines Tages zu sterben!
    mithilfe sie

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