Ist der Islam eine Sekte?

Sekten Definitionen

theologisch umgangssprachlich
Gruppierungen, die sich von einer größeren Religionsgemeinschaft abgespaltet haben. Sie meinen aufgrund “neuer” Offenbarungsquellen den einzig wahren Weg zum Heil oder zur Erlösung zu kennen und bewerten oft einzelne Glaubensaspekte über. Gruppen oder Organisationen, die psychologisch subtilen Techniken der Bewusstseinskontrolle einsetzen, um Menschen in ihre Abhängigkeit zu bringen, werden in der Umgangssprache als Sekten bezeichnet. Diese Bewusstseinskontrolle ist der kleinste gemeinsame Nenner dieser Gruppierungen, die Art und Weise ist sehr unterschiedlich.

Sekten-Merkmale:

  1. Führerperson (Mohammed)
  2. Heilsversprechen (Paradies)
  3. Abhängigkeit (Einschüchterung durch Androhung von Strafen)
  4. Feindbilder (der Westen)
  5. Abschottung (Bildung von Parallelgesellschaften)
  6. Gruppendruck (innerhalb der Umma)
  • Die Sektenlehre gibt Antwort auf alle bedrängenden Fragen (Koran, Sunna, Hadithe).
  • Ein Nichtmitglied weiß wenig, ein Mitglied fast alles.
  • Die lehrmäßige Klarheit gewährt emotionale Sicherheit.
  • Das Sektenmitglied gehört zu einer religiösen Elite (Der Islam behauptet, die einzig wahre Religion zu sein und das alle anderen im Höllenfeuer schmoren werden),
  • Sektenzugehörigkeit steigert das Selbstwertgefühl.
  • Die Sekte versucht, moderne Menschen in ein angeführtes Kollektiv zurückzuführen (Umma/Parallelgesellschaften).
  • Kritikfähigkeit wird systematisch verdrängt. Es wird kritiklose Identifikation verlangt.
  • Die Angst der Mitglieder wird hemmungslos geschürt (Ständige Drohungen mit dem Höllenfeuer, wenn der “Gläubige” sich nicht an die Gebote hält).
  • Angstbesessene Leute verzichten gerne auf Kritik.
  • Der Totalitarismus einer Sekte wird rituell gestaltet.
  • Jede Sekte inszeniert Opfer, übt radikale Opferbereitschaft. Geopfert werden Geld, Beruf, bisherige Beziehungen, Anspruch auf Privatleben, Kritikbereitschaft, Individualismus, bisheriger Name, persönliche Kreativität.

Warum werden Menschen Mitglieder einer Sekte?

Sie sind auf der Suche nach einem anderen Leben, nach Selbsterfahrung, Bewusstseinserweiterung, Abenteuer, Grenzerfahrungen, Sinn.
Sie haben ein hohes Protestpotential, sind mit ihrem Leben, der Gesellschaft, der Welt unzufrieden.
Sie kommen mit der Komplexität des Lebens in unserer Zeit nicht zurecht; suchen einfache, klare Regeln, an denen sie ihr Leben ausrichten können.
Menschen in akuten persönlichen Krisen: extreme Pubertätskrisen, “midlife crisis”, Arbeitslosigkeit, Tod des Partners.
Menschen mit schweren, chronischen seelischen Problemen: sie haben zumeist schlechte Erfahrungen mit dem traditionellen Hilfesystem und klammern sich an jeden Strohhalm.

Quelle: http://www.hilfe24.de/sekten_definition.htm

Anmerkung: Zum besseren Verständnis habe ich ein paar Begriffe in Klammern gesetzt.


„Fiebermesser der Sektenhaftigkeit“

Anhand der genannten Sektenmerkmale kann nun versucht werden, eine Art Thermometer oder Fiebermesser der Sektenhaftigkeit aufzustellen, das z.B. so aussehen kann (nach Georg Schmid und Joachim Müller):

– Normaltemperatur: ich bin / die Gruppe ist etwas Besonderes; ich engagiere mich, weil ich noch besser werden will / die Gruppe zum Erfolg kommen soll. Der Lehrer unterrichtet „Lebenskunde“ und tritt mit dem Schüler in einen Dialog.

– Leicht erhöhte Temperatur: Ich bin be-geist-ert: ich bin / die Gruppe ist besser als die Anderen; dass das so bleibt, dazu braucht es mein Engagement / die Gruppe muss zusammenhalten. Die Leute sollen das nur merken. Identitätsstiftende Merkmale werden wichtig.

– Es wird fiebrig: Mein Meister lehrt ein neues Menschsein – ich werde aufgefordert, mein früheres Leben aufzugeben. Ich gehöre nun zur besten Gruppe; was ich tue, sollen möglichst alle tun. Missionarischer Druck entsteht: ich muss andere davon überzeugen: allein diese Gruppe ist die richtige – in ihr ist Heil.

– Das Fieber steigt: nur ich / meine Gruppe hat das Heil / die Wahrheit: Die Lehre ist vollkommen und vom Himmel abgedeckt (himmlische Stimmen). Der Prophet ist allein „Werkzeug Gottes“. Wer anders glaubt / lehrt, ist verloren. Wer nicht mitmacht, ist verloren. Die Aussenweilt / meine frühere Welt (Eltern, Ehepartner, Kollegen) ist dämonisch, ebenso alle anderen Religionen. Das Datum meiner Konversion / meines Eintritts in die Gruppe entscheidet mein Leben; ich kann neu in Hell (das jetzige Leben) und Dunkel (das frühere Leben) unterscheiden. Identitätsmerkmale bestimmen das Leben im Alltag (neuer Name, besondere Kleidung, spezielle Nahrung). Jede Kritik ist für mich / für die Gruppe gefährlich. Das Verhalten des Einzelnen wird kontrolliert. Strafmassnahmen werden verfügt.

– Vom Fieber zum Kollaps: der Meister ist göttlich; ich allein bin nichts. Von mir wird Ich-losigkeit verlangt. Wir als Gemeinschaft sind allein selig machend, uns gehört der Himmel allein; alles andere ist zu verdammen. Ungläubige (besonders die des früheren Lebens – Eltern, Geschwister, Freunde) sind zu meiden, ja zu bekämpfen; Unglaube ist Dämonie, ist Verschwörung gegen die Gruppe. Isolation der Gruppe von der „Welt“ wird verlangt. Nur diese Gemeinschaft allein hat (Über-) lebensrecht (Arche Noah). Beruhigt kann ich dem Weltuntergang zusehen, denn ich werde gerettet. Heiliger Krieg ist legitim, Martyrium – Leiden für den Glauben führt ins paradies; ebenso kann Selbstmord als Suche nach der anderen, besseren Welt = Paradies legitim sein (Sonnentempler, Heaven’s Gate).

Quelle: http://www.relinfo.ch/sekten/definition.html