Schafdiebe als „Drecksvolk“ beschimpft: Landwirt wegen Volksverhetzung vor Gericht

Dem 27-Jährigen Landwirt Toni Pahlig aus Coswig wurden mehrere Schafe gestohlen und auf bestialische Weise geschlachtet. Die Täter hatten das rund 100 kg schwere Muttertier auf der Weide geschächtet, enthäutet und ausgenommen. Die Überreste ließen sie in einem blauen Müllsack zurück.
Schnell konnte die Polizei die Tatverdächtigen ermitteln. Es handelte sich um zwei Asylbewerber aus Nordafrika.
Insgesamt hatten die Männer dem Landwirt zwei Muttertiere und zwei Lämmer gestohlen und somit einen Schaden von rund 1000 Euro verursacht.
Doch wer jetzt glaubt, die beiden „armen, traumatisieerten“ Geflüchteten™ wurden für ihre Taten bestraft, der irrt sich! Die Staatsanwaltschaft Meißen stellte die Verfahren gegen die 22 und 28 Jahre alten Tatverdächtigen ein!

Der geschädigte Landwirt war fassungslos und machte sich auf seinem Facebookprofil Luft:

„Sie überlegen sogar, den Real eher zu schließen wegen dem Drecksvolk.“

Dieser eine kleine Satz bzw das Wort „Drecksvolk“ brachte dem Coswiger nun eine Anzeige wegen Volksverhetzung ein! Er erhielt einen Strafbefehl und sollte eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 15 Euro, also insgesamt 1.350 Euro, zahlen. Dass dem Mann aber ein Schaden von 1000 Euro zugefügt wurde, das interessierte natürlichniemanden.

Der Jungbauer ließ sich das nicht gefallen und legte Einspruch ein, so dass der Fall vor Gericht landete.

Gestern fand  nun die Verhandlung vor dem Amtsgericht Meißen statt. Unterstützt wurde der 27-Jährige „Beschuldigte“ von rund 30 bis 40 Bürgern, die sich im Verhandlungssaal und vor dem Gericht, versammelten.
Lange verhandelt wurde der Fall nicht, denn nach nur wenigen Stunden war für die Richterin Ute Wehner klar: Toni Pahlig ist unschuldig!

Auch das Verfahren gegen die mutmaßlichen Schaf-Killer wurde eingestellt! Dem einen konnte man laut Staatsanwaltschaft nichts nachweisen und bei dem anderen wurde das Verfahren wegen anderer schwerer wiegenden Straftaten (u.a. Körperverletzung) nicht weiter verfolgt.

Tja…das ist Justiz 2017 🙄

Foto: Pixabay

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