Sigmar Gabriel und der Stinkefinger

Als Sigmar Gabriel letzte Woche Freitag Salzgitter besuchte, wurde er von bösen, pöbelnden „Nazis“ empfangen, die ihm allerlei gemeine Schimpfwörter an den Kopf geworfen haben sollen.
Hämisch grinsend steht Gabriel der Meute gegenüber und dann passiert das, worüber Deutschland sich nun seit gestern streitet: Gabriel zeigte den Demonstranten den Stinkefinger!

Darf ein Vizekanler den Stinkefinger zeigen oder darf er nicht?

Viele Bürger finden es gut und gerechtfertigt, dass Gabriel den „rechten Pöblern“ den Stinkefinger gezeigt hat, andere widerum finden es nicht in Ordnung.
Natürlich eilen nun die Medien herbei und unterstützen Gabriels Handlung, schließlich sei Gabriel ja auch nur ein Mensch, heißt es in der WELT.

Ja, natürlich ist Gabriel auch nur ein Mensch und auch er kocht nur mit Wasser, aber ich sage, dass sich ein solches Verhalten für einen Vizekanzler nicht gehört! Basta!
Sigmar Gabriel sollte eigentlich eine Vorbildfunktion sein und es gehört sich einfach nicht, für einen Mann in dieser Position, sich so zu vergessen!

Vor allem halte ich diese ganze Diskussion für fadenscheing, denn…wäre es nicht ein Herr Gabriel von der SPD gewesen, sondern irgend jemand von der AfD, der den Gegendemonstranten den Stinkefinger gezeigt hätte, dann wäre die Meute wieder am hyperventilieren!
Die entsprechende Person würde von den Medien in der Luft zerissen worden, so wie damals Frauke Petry, als ihre Aussage mit dem Schießbefehl von den Medien total verdreht wurde.

Und genau hier liegt der Hund begraben! Sowohl die Medien, als auch die Politik messen mit zweierlei Maß!

Stürmt z. B. irgendeine linke Gruppierung eine AfD-Veranstaltung und klatscht der stellvertretenden Vorsitzenden Beatrix von Storch eine Torte ins Gesicht, dann nennt sich das „Kunstaktion“. Macht man das aber bei  Sahra Wagenknecht, von den Linken, dann finden es alle asozial, hinterhältig und dumm.

Ich weiß nicht, was da in Salzgitter wirklich abeglaufen ist, ich war nicht dabei…ich kann nur nach dem urteilen, was in dem kurzen Video zu sehen und zu hören ist. Laut Spiegel soll es sich bei den Demonstranten um eine Gruppe der Jugendorganisation der rechtsextremen NPD gehandelt haben?
Die ca. 10-12 dunkel gekleideten Personen, die sich mit einer schwarz-rot-gelben Maske, Transparenten und einer Deutschlandfahne Gabriel gegenüber stellen rufen: „Volksverräter – Wer hat uns verraten – Die Sozialdemokraten!“.

Der Spiegel schreibt weiter:

SPD-Kreise bestätigten den Vorfall und erklärten, Gabriel sei am Rande einer Wahlkampfveranstaltung von offensichtlich gewaltbereiten Neonazis bepöbelt worden.

Ich bin wirklich kein Freund von der NPD, aber aus 10-12 Männekens, die ein paar Sprüche rufen und Transparente hoch halten „offensichtlich gewaltbereite Neonazis“ zu machen, zeigt wieder einmal, wie die Medien arbeiten. Rechts ist böse, links ist gut, obwohl gerade die Antifa und die linken Gegendemonstranten weitaus gewaltbereiter sind, wie man auf etlichen Pegiga- oder AfD-Kundgebungen erleben durfte! Da kann es dann auch schon mal vorkommen, dass Fahrräder fliegen!

Aber kommen wir zurück zur Aktion „Stinkefinger“…

Das Zeigen des so genannten Stinkefingers gilt vor deutschen Gerichten immer noch als schlimmste Beleidigung und kostet je nach Verdienst zwischen 600 und 4000 Euro.

Quelle: Express

Wenn also nun die Medien und die Politik der Meinung sind, dass ein Vizekanzler den „Stinkefinger“ zeigen darf, obwohl es eigentlich eine „Straftat“ ist, dann gilt das natürlich für alle…oder etwa nicht?

Die Frage ist nur, ob wir das wirklich wollen?

 

Artikelbild: Screenshot YouTube

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